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Erster Band.
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510
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510 Anhang. Obelisken Rom's, Latcran'scher rc.

Stücke verhindert haben, auch konnte er so große Lasten weder Klam-mern noch Steinzangcn (Wölfen), die in die Masse eingesetzt wurden,anvertrauen. Nachdem er über alle diese Hindernisse reiflich nachge-dacht hatte, kam er auf den Gedanken, in den Standfugen zwei kreuz-förmige Einschnitte aushauen zu lassen, die von einem Haupt zumandern der vier Schaftseiten liefen. Dieses zwar einfache, aber vor-erst zu erdenkende Mittel verschaffte ihm den Vortheil, die Unterlagenungehindert darunter durchlaufen lassen, sie nachher leicht herausziehen,und die Bruchstücke auf eine dauerhafte Art verbinden zu können.Zu diesem Zweck ließ er jene Einschnitte unten breiter machen, alsoben an der Standsuge; sodann wurden diese Oeffnungen mir Schwal-bcnschwanzdollen von ähnlichem Granite — 1. Kupfertafel, Fig. VI"' —ausgefüllt, die an den vier Häuptern eingeschoben wurden. Diese sehrgenau eingepaßten Stücke waren innen mit Klammern unter einanderverbunden, welche mit Blei cingcgossen wurden.

Dieser Obelisk, der größte von allen, die eristircn, scheint derje-nige zu seyn, den Plinius dem Rhamses zuschreibt. Die beträchtlicheMcnschenzahl, welche derselbe bei dem Transport verwendete, der Ge-danke (gränzt ans Fabelhafte!), seinen Sohn am Gipfel anzubinden,um die Baumeister zu veranlassen, die größten Vorsichtsmaßregeln zugebrauchen, damit dieser Obelisk beim Aufrichten nicht zerbrochen werde,die Bewunderung, die er bei allen denen erregte, welche ihn sahen,und wegen der ihn der wüthende Kambyses verschonte, als er Thebenzerstörte, beweisen, daß er zu selbiger Zeit schon einer der größtenObelisken war, und daß er, statt 90 römische Fuß, welche sich ohneZweifel aus Irrthum in den meisten Ercmplaren von Plinius befin-den, wenigstens 90 Ellen haben mußte. Da jedoch dieser Geschicht-schreiber der Standfuge dieses Obelisken nur vier Ellen Breite giebt,so würde das Verhältniß der Breite zur Höhe, welche 15 Mal inletzterer enthalten ist, mit keinem von denen übereinstimmen, die aufunser Zeitalter übergegangen sind, deren Basis meistens den zehntenoder elften Theil der Höhe beträgt: und so müßte auch diese Stelleim Text von Plinius dadurch verbessert werden, daß man acht Ellen,statt vier setzte. — Vielleicht befindet sich auch an dieser Stelle eineLücke, wodurch der Obelisk von Theben mit dem von Rhamses ver-wechselt würde: denn es ist nicht wahrscheinlich, daß Plinius das achteKapitel des 36. Buches mit der Angabe der Maaße des Obeliskenvon Rhamses schließe, und das Neunte mit der Menschenzahl anfange,