530 Anhang. Maschine zur Bereitung des Mörtels.
Fig 5. 6 und 7. Maschine zur Bereitung des Mörtels.
Obgleich Vitruv sich in keine nähere Beschreibung in Betreff derManipulation, welche die Alten bei der Bereitung ihres Mörtels an-wandten, eingelassen hat, so scheint doch die Wichtigkeit, die sie aufdieses Geschäft legten, sich in der Praxis von Geschlecht zu Geschlechtfortgepflanzt zu haben. In der That ist es seit undenklicher Zeit vonden Neuern anerkannt worden, daß bei sonst gleichen Umständen derMörtel eine um so bessere Beschaffenheit hat, je sorgfältiger er bearbeitetworden ist. Diese wesentliche und doch von uns so lange vernach.lässigte Bedingung ist ohne Zweifel das einzige Geheimniß, demman die erstauncnswürdige Erhaltung ihrer Maucrwerke selbst an sol-chen Orten zuschreiben muß, wo es sonst unmöglich scheint, daß mansolche Vollkommenheit erreichen könne.
Die Nachlässigkeit und mehr noch das Verlangen, die Handar-beit abzukürzen, sind in den meisten Zeiten, wie wir schon gesagt ha-ben, die Hauptursache der Mangelhaftigkeit des Mörtels gewesen. DieKenntniß dieser Thatsache hätte öfters die Nothwendigkeit fühlen las-sen sollen, eine mühsame Handarbeit durch die wirksame Thätigkeitvon Maschinen zu ersetzen: und doch reichen die ersten Versuche indieser Art nicht über das Ende des 17ten Jahrhunderts hinaus. Erstim Jahr 1662, zu welcher Zeit Böckler, Baumeister und Ingenieurvon Nürnberg , sein 1'liestrum mscllinsrum bekannt machte, sah mandie Abbildung und Beschreibung einer, zu diesem Gebrauch sich eig-nenden Maschine erscheinen. Der Name Dribumz-Ios — Reib-mühle — der ihr von ihrem Erfinder gegeben wurde, drückt denZweck, den er damit zu erfüllen sich vornahm, gut aus. Ein Mühl-stein, der sich wie ein Rad in einem kreisförmigen Behälter dreht,läuft in einer Achse, die in ihrer Mitte an einem senkrechten Well-baume befestigt ist, welcher durch einen sehr einfachen Mechanismusvermittelst einer Wasser- oder Pferdckraft in Bewegung gesetzt wird:ein Werkzeug, das -einer Mörtelhaue ziemlich ähnlich sieht, ist auf der.der Achse gegenüber liegenden Seite angebracht, um damit die Masse(materis) ') auf dem Boden des Behälters umzuarbeiten, und sie
1) Obgleich Böckler bei der Beschreibung des Tribomylos anfänglich die-ser Maschine keinen besondern Zweck anzuweisen schien, so zeigt doch der Ge-brauch des Worts -».Itcris, dessen er sich bedient, um die der Wirkungder Mühlsteine ausgesetzte Materie zu bezeichnen, daß er sie eigentlich fürdie Bereitung des Mörtels passend hielt. Der Sinu, welchen Vitruv die-