Zweite Abtheilung.
Aufzeichnen der Brcttungen auf dem Reißboden.
Erstes Kapitel.
Von den Projektionen.
Den Namen Riß, Mustcrriß (spure) giebt man gewöhnlich demResultat der verschiedenen Projettionen, durch deren Hülfe man sichin jeder Beziehung, im Kleinen auf dem Papier, im Großen auf ei-nem Reißbodcn oder einer ebenen Wand, von den Maßen und Formeneines Theils eines Gebäudes Rechenschaft geben kann. Der auf denzwölften oder vier und zwanzigsten Theil der natürlichen Größe redu-cirte Riß kann bisweilen zu Constiuctioncn genügen, die keine Ver-wicklung in ihrer Form, oder in ihrer Einrichtung darbieten; aber inBezug aus Bauwerke in Hausteinen sind Risse in großem Maßstabeunentbehrlich. Ueberhaupt ist es nothwendig, alle Details der Bau-kunst und der Construttion, deren Gestalt nicht leicht durch Längen -und Winkelmaß ausgedrückt werden kann, in natürlicher Größe zuzeichnen.
Der Gebrauch, Risse (spure«) zu zeichnen, geht ohne Zweifelin die nämliche Epoche zurück, als der mit gehauenen Steinen zubauen. Wären uns auch die in den Steinbrüchen von Gebel Abou-Fedah in der Heptanomis aufgefundenen Risse von Capitälen nochunbekannt, so ließe sich doch die vollkommene Ausführung von Werkendieser Art in allen Denkmälern Aegyptens auf keine andere Weiseerklären, als daß dabei Zeichnungen zum Grunde gelegen habenmußten ').
1) Siehe vcscriplion ä« >Lb)'pte, ^vtiyuites, tome IV, ploncbe 62.ki^uies 3, 4 et 5.