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Zweiter Band.
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l m Stercotomie od. Lehre v. d. Ourchschn. f. Körp.; z. Abch.

Formirt man, statt die Steine flach zu legen, ein Polygon, wieFigur 4 zeigt, indem man die Fugen so anordnet, daß gleiche Winkelentstehen, so ist die Form minder unangenehm, als die vorhergehendeund vielleicht der erste Schritt, der auf dem Wege zur Construcrionder Gewölbe gethan wurde.

Indem man das Gewicht des mittleren Theils LO und die Wir-kung der beiden unteren Theile vv, welche an und für sich derUnterstützung bedürfen, gegen einander hält begreift man in der Thatleicht, daß daraus eine Verbindung hervorgehen muß, deren Theilesich unterstützen. Diese, von den Alten ebenfalls angewendete Form,bietet aber noch nicht die Gleichförmigkeit und Regularität dar, welcheman an Bauwerken der Art gern sieht, und welche, wie wir in derFolge sehen werden, mehr zu ihrer Festigkeit beitragen, als manglaubt. Man suchte die Winkel, welche die Seiten des Polygonsmit einander machen, durch eine krumme Linie wegzuschaffen oderauszugleichen, und zwar anfangs wahrscheinlich durch einen Kreisbo-gen, weil dieser am einfachsten und am leichtesten nachzuahmen ist.Uebcrdieß wußte man runde und hohle Flächen nicht allein aufzuzeich-nen, sondern auch nach der Kreisform auszuführen, sowohl bei einzel-nen als bei mehreren Stücken, um Säulen, Brunnen und Thürme,

nung davon in dem Werke: XViecvs ok tl,e Ottonmir ckominiouz in Europa ,in Xsia, anä tlle ivleäitcrranean Islsnüs, herausgegeben in London 1810.

Hr. W. Gell, ein englischer Architekt, giebt in seinem Itiner.-»'^ okOrcce, London 1810, die Zeichnung eines unterirdischen Monuments, wel-ches man für die Schatzkammer des Acreus hält, und welches in einem, ausdreißig horizontalen, kreisrunden, über einander vorspringenden Schichten inHausteinen zusammengesetzten, Gewölbe über den vollen Zirkel besteht; dasHöhenprofil bildet einen gothischen Bogen, worin alle Absätze verwischt sind.Diese Art von Grotte hat 47 Fuß Durchmesser.

Man weiß, daß die geneigte Galerie, welche in die obere Kammer dergroßen ägyptischen Pyramide führt, hinsichtlich der Einrichtung ihrer Seiten-mauern ebenso construirt ist. Der Mangel jeder ähnlichen Vorsicht in derDecke dieser Kammer hatte uns, ehe wir die Arbeiten der Künstler derägyptischen Commission kannten, zu der Vermutlmnq veranlaßt, daß oberhalbder Steine, welcbc die Decke bilden, irgend ein leerer Raum in der Massedes Monuments seyn könnte. Diese Vermuthung findet sich zum Theil be-stätigt; allein statt der Vorsprünge, welcbe wir in unserer Figur angezeigthatten, fand man nur eine zweite Decke, wie man dieß in Figur 5 und ti,Tafel XXVIli sieht.