Von den horizontalen ttebcrdeckungen mit Steinschnitt. 1Z5
Die Figuren 7 und 8 zeigen ein von vier isolirten Pfeilern un-terstütztes flaches Gewölbe. Die Reihen der Gcwölbsteine sind mitden inneren Flächen dieser Pfeiler parallel und schneiden sich in denDiagonallinicn unter rechten Winkeln, an welchen Stellen daher dieSteine stets zwei Reihen angehören, wie in Fig. 4; der Schlußsteinist zur Aufnahme der in den Diagonallinien liegenden vier letztenSteine in den Winkeln ausgehauen. Indessen sollte man diese Artvon Gewölben, gleich denen zwischen zwei parallelen Mauern, Fig. 2,wegen ihres großen Drucks nur bei Räumen von geringer Breite an-wenden; das vortheilhafteste ist das mit kreisförmiger Grundfläche,Fig. 6, weil es am wenigsten drückt.
In Beziehung auf Gewölbe, deren Grundfläche beliebige Vieleckesind, ist es klar, das sie sich dem mit kreisförmiger Basis desto mehrnähern, je mehr Seiten die Vielecke haben. So hat das viereckige,ringsum von vier Mauern geschlossene Gewölbe, Fig. 4, mehr Dauer-haftigkeit, als ein Gewölbe auf zwei parallelen Mauern; ein sechsecki-ges hat mehr, als ein viereckiges u. s. f.
Obgleich die flachen Gewölbe immer die nämliche Oberfläche dar-bieten, können sie doch, je nach der Form ihres Grundrisses sehr ver-schieden seyn; sie können regulär, irregulär, schräg und manchmalselbst geneigt seyn. Wie aber auch ihre Gestalt seyn mag, so ist dochdie Art der Zubereitung und Tracirung der Steine, aus denen siebestehen, keinen anderen Schwierigkeiten unterworfen, als bei gewöhn-Mauern auch, weil alle Theile nach ihrer Form und Größe ohneVerkürzung auf der Zeichnung dargestellt werden können.
Zuerst müssen an den Steinen die zwei parallelen Seitenflächen,welche zur äußeren und inneren Fläche des Gewölbes gehören, recht-winkelig mit einer der Seiten bebauen werden; hieraus werden, nachder Zeichnung, die größere Breite und die Linien tracirt, nach welchendie Schnitte geschehen müssen und das übrige wegzunehmen ist/ wieman dies an den Steinen ä, II, ll, I), II, k', 6 und II sieht, welcheSteine der Gewölbe Fig. 2, 4, «i und 8 vorstellen, von denen soeben die Rede war; sie sind nach der Höhe und Breite im doppeltenMaßstabe gezeichnet; durch punktirte Linien ist der Stein so angedeu-tet, wie er seyn muß, um die verschiedenen Schnitte daran machen zukönnen. Auf den Horizontalprojectioncn sind die Steine mit den glei-chen Bucbstaben s, b, e, «I, «?, I, g- und l> bezeichnet.