1Z4 Stcreotornieod.Lehrev.d.Durchschn.f.Körp.;3.Abth.2.K.
ES ist leicht zu begreifen, daß in allen Fällen einestheils dieHöhe der Steine und ihre Qualität, anderntheilS die Dicke, welcheman der horizontalen Ueberdeckung geben will, über die Entfernungdes Mittelpunktes entscheiden müssen, in welchem die Richtungen derFugen zusammen laufen. Im Allgemeinen kann das Maß des Win-kels 6, der am Mittelpunkt entsteht, in der gewöhnlichen Praxis von40 — 60 Grad veränderlich seyn.
Es ist Grundsatz, daß sich ein dergleichen Gewölbe nicht tragenkann, wenn die, auf den Linien, welche den Winkel 6 des Sturzesbilden, senkrechte Linie k'O, Fig. 2, 6, 10 und 12, nicht in die Dickedes Gewölbes selbst fällt.
Diese Gewölbe sind nur dann solid, wenn sie einen Bogen um-fassen, dessen Dicke dem Schnitt Ik' auf den Widerlagern gleich ist,wie man dieß in Fig. 13 sieht. Diese Sätze werden im neuntenBuche bewiesen.
Die Regularität des Verbandes und die Dauerhaftigkeit fordern,daß flache Gewdlbe, wie krumme, aus Reihen von Gewölbsteinenbestehen, welche nach der Richtung der Widerlager oder Mauern, wor-auf die Gewölbe ruhen, fortlaufen. So muß das flache GewölbeFig. 1 und 2, Tafel XXX, unterstützt durch zwei parallele Mauern,aus Reihen von Gewölbsteinen nach der nämlichen Richtung zusam-mengesetzt seyn. Gerade so würde es sich bei zwei Pfeilern verhalten.
Die Figuren 3 und 4 stellen ein Gewölbe mit quadratförmigerGrundfläche vor, das durch vier einschließende Seitenmauern getragenwird. Die Reihen der Gewölbsteine bilden concentrische Quadrate;die Steine in den Ecken gehören zwei Reihen an, der Schlußstein istquadratförmig und an vier Seiten mit Schnitten versehen. Die Li-nien in den Grundrissen 2 und 4 bilden die Projektion der Gewölbe1 und 3; die scharf gezogenen bezeichnen die unteren, die punktirtenLinien aber die oberen Fugen. Nach dem Grundrisse und dem Profileeines Gewölbes werden die Steine gezeichnet, aus denen es gebautwerden soll.
In den Figuren 5 und 6 sieht man das Profil und den Grund-riß eines flachen kreisförmigen Gewölbes. Der Grundriß Fig. 6zeigt die Anordnung der kreisförmigen Reihen der Gewölbsteine, welchenach den Regeln des Verbandes, also mit wechselnden Fugen aufeinander folgen und durch einen konischen Schlußstein geschlossen sind.