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Zimmerarbeit; 1. Abth. 2. Kap.
Es giebt eine andere Art Dachkehlen, welche durch daS Anstoßeneines Satteldachs an eine andere größere Dachfläche entstehen. DieseKehlen bilden in dem Grundriß, Tafel I.XXV Figur 2, einen Win-kel , dessen Schenkel aus zwei Holzstücken bestehen, mit welchen kleineSparren oder Schistcr verbunden werden.
Wenn es sich nur von einem kleinen Dache, wie das eines Dach-fensters, handelt, so setzen sich die Kehlsparren auf den Abhang desgroßen DacheS, d. h. auf die Sparren; sie sind selbst nur Sparren,welche schräg abgekantet sind, um sich an den Abhang des kleinenDaches anzuschließen und den Fuß der kleinen Schiftsparren aufzu-nehmen.
Bei den großen Dächern sind diese Kehlsparren bedeutender;sie bilden eine Art von liegenden Dachbindern auf dem Dachab-hange, mit welchem sie zusammenstoßen. Diese Dachbinder sind zu-weilen mit Hängsaulen, Strebcbändern, Spannriegeln und Tragbän-dern versehen.
Die Ausführung dieser Art Werke wird schwieriger je nach derLage und Gestalt der zu bildenden Flächen, ihrer Unregelmäßigkeit,und je nachdem sie mehr oder weniger schief anstoßen.
Da die Holzstücke derselben, wegen der schrägen Lage, auf demGrundrisse nicht anders als verkürzt dargestellt werden können, so mußman suchen: 1) ihre wirkliche Länge; 2) ihre Durchschnittsfläche, senk-recht auf der Länge genommen; 3) ihre Fugenschnitte, oben und unten,und andere Verbindungen.
Um alle diese Theile mit Genauigkeit zu bestimmen, ist außerdem Grundriß oder der horizontalen Projektion, auch der Aufriß unddas Profil der Theile des Daches, welche durch die Kehlen vereinigtwerden, nothwendig; es ist sogar räthlich, auch die Entwickelung der-selben zu zeichnen, um sich der Wirkung, die sie hervorbringen sollen,besser zu versichern.
Beispiel für eine einfache schiefe Kehle.
Der Grundriß ist in der Figur 2 Tafel I.XX V zu ersehen, welchedas Zusammentreffen eines kleinen Daches mit dem Abhänge einesgroßen darstellt.
Figur 4 zeigt ein ganzes Gebinde des kleinen Dache?, in demGrundrisse Figur 2 mit vbik bezeichnet.