Von den Fachwänden und Gebälken. 61
Deckenfelder, auf die man nicht achtet, weil die Gebälke oben undunten mit aneinander gefügten Brettern beschlagen werden, die diesenFehler verstecken. Diese Bretter von l'/, Zoll Dicke werden querüber die Balken gelegt und auf denselben so angenagelt, daß sie die-selben fest mit einander verbinden und gleichsam nur ein einziges Stückbilden, wie es die Figur 1 zeigt, worin die Hälfte mit Bretternbedeckt ist.
Man sieht zu Paris in den Gebäuden der Tuchhalle, welche andem Markt Innoeen« liegt, ein anderes Beispiel von Balken-lage der nämlichen Art, welche vor der ersteren den Vortheil hat,eine vollkommene Regelmäßigkeit darzubieten. Sie ist in der Figur 6der Tafel I.XXXVH dargestellt. Von den Diagonal-Balkenan tragen sich die Balken wechselseitig mittelst Schwalbenschwänzen,wie in der Figur 7 im Großen angedeutet worden ist. Die Balkennehmen im Verhältniß ihrer Längen an Breite ab bis zur Mitte,wo sie wenigstens '/- der Breite haben. In dieser Mitte, welcheeine kreisförmige Oeffnung bildet, hat man einen unterwärts vor-springenden Schluß eingepaßt, der durch 4 bogenförmige Bänder ge-halten wird, was blos als ein Mittel zu betrachten ist, der Decke einkühnes Ansehen zu geben. Wenn man jedoch diese Anordnung unter-sucht, so findet man, daß von den Diagonalbalken an, der ganzeumschlossene Theil, in beiden Beispielen, nur auf den acht PunktenI) ruht.
Die Mitte eines jeden Theils wird durch Querhölzer verstärktund das Obere ist mit aneinander gefügten und auf die Balken ge-nagelten Brettern bedeckt. Unten sind die Balken sichtbar und bildeneine Art von Verzierung.
Balkenlagen nach dem Verfahren des Serlio.
Serlio giebt in dem ersten Buche seiner Architektur ein sehr ein-faches Mittel an, Decken aus kurzen Balken, die nicht von einerMauer zur anderen reichen, zu verfertigen, indem er sie abwechselndauf der Mauer und in der Mitte jedes Stücks ruhen läßt. Wolltenwir auf unsere Gewohnheit verzichten, alle unsere Deckengebälke mitebenen Plafonds zu machen, so würde man durch dieses Mittel sehrangenehme Deckenfelder in den Zimmern erhalten, die in großen Sä-len einen schönen Effekt machen würden. Um sie dauerhafter zu ma-