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Dritter Band.
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Zimmerarbeit; 2. Abth. 1. Kap.

da sie ihr Wachsthum noch nicht vollendet haben, weniger Stärkebesitzen und mehr Feuchtigkeit enthalten, welche fähig ist, die Balkenzu zerstören, besonders wenn sie in Kalkmörtel oderGyPs eingeschlossenwerden. Ebenso verhält es sich mit Balken von blos beschlagenemHolze. Aus diesem Grunde ist man zuweilen genöthigt, neuere Deckennach Verlauf von 10 bis 15 Jahren wieder zu erneuern, währendman in alten Gebäuden gesägtes und scharfkantiges Holz zu Balkenund Sparren angewendet findet, welche über 400 bis 500 Jahre altund noch in gutem Zustande sind. Demungeachtet muß bemerkt wer-den, daß bei den Balken aus blos beschlagenem Holze die Integritätdesselben den Grad der Stärke überwiegt, welchen die gesägten Balken,vermöge der durch ein höheres Alter der Stämme erlangten Eigen-schaft, besitzen. Deßwegen bedient man sich gewöhnlich zu Balkenbis zu 15 Fssß Länge des gesägten Holzes; werden dieselben aberlänger, so wendet man meistens beschlagenes Holz an.

Do» den armirren Balken.

Da Bauhölzer von großen Dimensionen selten, sehr theuer undim Allgemeinen wegen des hohen Alters der Bäume von unsichererQualität sind, so hat man dieselben bei den Constructionen durchkünstliche Verstärkungen, welche Festigkeit mit Sparsamkeit verbinden,ersetzt*). Mathurin Jousse, welcher für den ersten Schriftsteller über

1) Im Anfang dieses Jahrhunderts haben mehrere Architekten eine ver*ständige Anwendung von den armirten Balken gemacht, um Decken von gro-ßer Ausdehnung zu bilden. Die wichtigsten Werke dieser Art sind unstreitigdiejenigen, welcbe unter der Leitung des Fontaines, ersten Architekten desKönigs, in den großen Sälen des Louvre ausgeführt worden sind.

Das nämliche Verfahren wurde, mit gutem Erfolg, bei der Decke,welche die Bibliothek des dlusäum ll'plintoirc nüturclle von den Sälen deSzweiten Stocks trennt, angewendet. Da, in Folge einer neuen Einrich-tung, diese Decke in ihrer Mitte mit einer Gruppe ausgestopfter Thiere be-lastet werden sollte, welche wegen ibrer Größe in den Gallerten sonst nir-gends Platz finden konnten, so war eine größere Festigkeit nöthig, als mandurch die gewöhnlichen Mittel erreicht. Zu dem Ende wendete man, statt derdamals vorhandenen Balken, armirte Balken an, ohne an ihren Verhält-nissen etwas zu ändern, damit keine Störung in der inneren Anordnungverursacht wurde. Diese Operation ward mit der größten Sorgfalt durchunsern Eollegen, den Arcbitekten Molinos, geleitet, welchem man eine großeAnzahl Construktionen von ausgezeichnetem Werthe zu verdanken hat. DieFigur 9 Tafel XLl stellt einen dieser Balken in allen seinen Eiuzelnheiten dar.

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