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Zimmerarbeit; 2. Abth. 2. Kap.
Brücke des Trojan über die Donau .
Unter allen uns übrig gebliebenen Nachweisungen über die Con-ftruktion dieses berühmten Bauwerks wird der dasselbe darstellendeBasrelief an der Trajanssäule von Sachverständigen als die genauesteund treueste angesehen. Man ersieht aus der Figur I Tafel X6IX,daß dieselbe aus hölzernen Bogen, auf Pfeilern von Quadersteinen,zusammengesetzt war. Die Anordnung der Holzstücke, die das Zim-merwerk dieser Brücke bilden, ist auf die vortheilhafteste Weise combi-nirt worden, um eine feste und dauerhafte Brücke zu machen. DerBogen wird durch drei concentrische Curven, die durch Zangen ver-bunden sind, gebildet. Die Theile über den steinernen Pfeilern sindaus zwei Arten von Rüstbö'cken (clievslol«) zusammengesetzt, in welchendie Curven ihren Verband erhalten. Die die Brückenbahn bildendenBalken liegen nach der Quere und auf einer Hauptfette, in welcher dasZimmerwerk der Bogen und über den Pfeilern sich endiget. DasGeländer besteht aus senkrechten Pfosten, mit Andreaskreuzen dazwi-schen, einer Schwelle und einer Fette, wovon letztere einen Hand-griff bildet.
Die Anordnung der Holzstücke in dieser Zusammensetzung zeigtuns die Zimmerwerkskunst bei den Alten in einem weit vollkommncrenZustande, als man glauben sollte, und wenn man der BeschreibungDions, in Bezug auf die Bogenweite (17V Fuß), Glauben beimessendarf, so wird man anerkennen müssen, daß diese Kunst in ihrem jetzigenZustande kaum zu dem Grade von Vollkommenheit wieder gelangt ist,den sie zu jener Epoche erreicht hatte. Der Künstler, welchem wir dieErhaltung dieses köstlichen Denkmals verdanken, verdient wegen dergenauen Details, die er von dem Ganzen der Composition giebt, dasgrößte Zutrauen. Nur möchte man an der Richtigkeit der Figur von dendoppelten Rüstböcken über den Pfeilern, zur Aufnahme der Bogenan-fänger, zweifeln; wir haben daher über dem Pfeilers die Correctionangedeutet, deren dieser Theil uns fähig geschienen hat.
Hölzerne Brücke des Palladio.
Dieser berühmte Architekt giebt einige sehr gute ausgebuchte Zeich-nungen von hölzernen Brücken, wovon mehrere aus Einem Bogenbestehen.