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Dritter Band.
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Von ven Dächern mir ebenen Flächen. 145

hatte der Baumeister geglaubt, die pressende Kraft mittelst der in einerden Streben entgegengesetzten Richtung angebrachten Strebebändcrverstärken zu müssen, welch letztere mit den Streben eben so viel be-sondere kleine Dachbinder bilden. Wenn wir gleich dem Verdiensteeiner Combination, deren Solidität durch die Erfahrung vollkommenbestätigt worden ist, alle Gerechtigkeit widerfahren lassen, so könnenwir uns doch nicht enthalten, die Bemerkungen hier niederzuschreiben,die sich uns bei der Prüfung dargeboten haben.

So viel ist klar, daß in diesem Svstcm die Geradheit der Dach-seiten an allen Punkten durch das Anstoßen der Streben gegen dieSpannbalken kräftig erhalten wird; allein in Bezug auf die Neben-Hängesäulen, welche die Spannbalken in ihrer Richtung erhalten sollen,kann man sich nicht verhehlen, daß ihre Last im Verhältniß der Dach-höhe zunimmt, ohne daß ihre Widerstandskraft den geringsten Zuwachsbekommt, und daß die mittlere Hängesäule, auf welche die größteKraft ausgeübt wird, an dem Ende der sie stützenden Streben zuschwach aufgehängt ist.

Wenn man sich an das erinnert, was wir oben über die Anwen-dung der Strebebänder gesagt haben, so wird man leicht einsehen, daßdie Kraft, welche sie hier auf die Streben ausüben, in dem geradenVerhältniiß der Last steht, die sie auf die Spannbalken veranlassen.Es folgt also aus dieser Anordnung, daß der Druck der Köpfe der- Hängesäulen unter dem Gewicht, das sie zu tragen haben, in zwei Be-wegungen zerfällt, wovon die eine auf das Ende des Spannbalkensgerichtet ist, wo sie einen festen Widerstand findet, während die anderedurch die Strebebänder sich bis zu der mittleren Hängesäule fortpflanztderen Last sie noch vermehrt. Statt irgend eine Bewegung auf dieMitte zu lenken, welche der schwächste Theil des Systems ist, wärees vielleicht vorzuziehen gewesen, ihr einige Unterstützung dadurch zuverschaffen, daß das Ende der Strebebändcr am Ende der. Spann-balken befestigt und so die Wirkung der Schwere auf den Fuß desDaches übergetragen worden wäre, wie man es durch O in der Figur8 angedeutet sieht.

Die Köpfe von Gußeisen, in welche die Enden der Spannbalken,Streben und Strebebändcr, wie in das Auge eines Hammers '), ein-

i) Ein ähnliches Verfahren ist bei der Zusaimnemsehung der Bogen ander Brücke zu Waterloo , wovon iin 2. Kapitel der 3. Abtheilung diesesBuches die Rede ist, mit gutem Erfolg angewendet worden.

Rondelet's Kunst zu bauen. lll. Th. 10