Band 
Dritter Band.
Seite
184
JPEG-Download
 

184

Zimmerarbeit; Z. Abth. 2. Kap.

endlich auf die außergewöhnlichen Belastungen und Zufälle, denen dieBogengerüste ausgesetzt seyn können, genommen werden. Deßwegenglaube ich, daß man die Dicke der Holzstücke eines Bogengerüstesnach der für alle Zimmerwerke, welche große Lasten zu tragen haben,gewöhnlichen Regel bestimmen kann. Diese Regel ist: man gebe denPfosten oder den Holzstückcn, welche pressenden Kräften in der Rich-tung ihrer Länge Widerstand leisten sollen, '/„ bis ihrer freienLänge — den Holzstücken, welche an beiden Enden nach der Richtungihrer Länge gezogen werden, bis — und den Balken undanderen Holzstückcn, an denen die Last senkrecht auf ihre Länge wirkt,'/» bis '/„ der Länge, — zur Dicke.

Da an dem Bogengerüste, wovon es sich hier handelt, die größtefreie Länge des Spannbalkens 34 Fuß beträgt, so hat man demselben14 Zoll Breite und 15 Zoll Höhe gegeben und denselben mit einemlOzö'lligen Holzstück untcrfüttert, welches damit verbolzt oder nochbesser mit angeschraubten Zwingen, um die Holzstücke weniger zuschwächen, verbunden werden kann.

Dieser Spannbalken wird durch Stützbä'nder ktj, III gehalten,welche in der Mitte ihrer Länge durch Zangen gefaßt werden; in diesegehen die Holzstücke, welche die Verschalung tragen.

Da die Stützbänder nicht in der ganzen Länge frei sind, so hatman ihrer Dicke nur '/, 5 , statt ihrer Länge gegeben. So hatdas 15 Fuß lange Stützband UH 12 Zoll im Gevierte und das 10Fuß lange Stützband 111 12 Zoll und 14 Zoll erhalten.

Die Hängesäule KI von 5 Fuß Länge ist 5 und 8zöllig, umden Holzstückcn, die den Umfang des Bogengerüstes bilden, zu ent-sprechen. Die fast 8 Fuß lange Hängesäule 1/1' hat 8 Zoll im Ge-vierte und die mittlere Hängesäule 0)1 von fast 0 Fuß Länge, 9 Zollim Gevierte.

Die Dicke der Strebebänder 1.1, 1-IU und des Jachtbandcsist zu 8 Zoll und die der 8 bis 9 Fuß langen Stücke unter der Ver-schalung zu 8 Zoll und 9 Zoll festgesetzt worden.

Wendet man auf diese Dimensionen den Calcul über die Stärkedes Holzes an, so wird man für jedes Stück eine weit größere Wi-derstandskraft finden, alS die Kraft ist, welche die Belastung direktauf sie ausübt; allein wenn man die Abnutzung, welche das Bogen-gerüst im Ganzen während der Construktion erleidet, die Natur deSStoffs und das Spiel, dessen die Verbandstücke fähig sind, in Betracht