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Dritter Band.
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Drilles Kapitel.Von dem Abspriessen.

Ein Architekt bedarf vieler Erfahrungen, um ein Gebäude gehörigabzusprießen, ohne dazu eine überflüssige Quantität Holzes zu ver-wenden, wie von den meisten Zimmerleuten geschieht, um sich mehrArbeit zu verschaffen. Es gehört mehr Kenntniß dazu als man glaubt.Wird das Absprießen nicht gehörig vorgenommen, so trägt dasselbemehr zum Ruin als zur Unterstützung des Gebäudes bei. Ost wirdbei dem Absprießen des einen Theils ein anderer erschüttert oder manwirft unnöthiger Weise die Last eines Punkts auf einen anderen schwä-cheren Punkt. Je baufälliger ein Gebäude ist, desto mehr Vorsicht isterforderlich; besonders muß man vermeiden, die Sprießen zu starkanzutreiben. Da die Umstände unendlich verschieden seyn können, soist es schwer, irgend eine feste Regel über diesen Gegenstand vorzu-schreiben. Die ganze Kunst besteht darin, die Sprießen so zu com-biniren, daß sie die schadhaften Theile unterstützen, ohne der Festigkeitder anderen zu schaden.

Die Figuren 1 und 2 der Tafel 6XXIX stellen die Art dar, aneiner Hauptmauer einen Pfeiler zwischen zwei Fenstern abzusprießen,um darunter eine Oeffnung für einen Kaufladen oder eine Einfahrt,durch Wegnahme des Pfeilers am unteren Stock, einzurichten ').

i) Diese Operation, welche nicht erlaubt seyn sollte, weil sie gegen alleGrundsäste einer festen Construktion spricht, ist bei Bnichsteinmauern in Gypsweniger gefährlich als bei Mauern aus Quadern, weil, wenn die ersterengut gearbeitet sind, der Gyps die Bruchsteine fest genug zusammenhält, daßzuweilen schon das Absteifen der Fenster, ohne das Unterfangen des Fenster-pfeilers genügen kann, aber bei Pfeilern von Quadern kann man das Ab-sprießen niemals entbehren.