222 Schreiner» oder Tischlerarbeit; 1. Abth.
überall denselben Grad von Güte erlangt. Die Wcißtannen, welcheman zu Paris gebraucht, werden aus Auvergne und den Bogescn be-zogen; die ersteren haben viele Knoten und lassen sich schwer verar-beiten , die letzteren sind weniger knotig und glätter; allein beide leidendurch die Einschnitte, die man zum Ausziehen des Harzes in dieStämme macht. In diesem Zustande erhitzt sich das Holz leicht undwird dem Wurmfraß ausgesetzt. Man darf es nur zu geringen Ar-beiten, wie kleine Tafeln, Bretterwände und kleine Thüren, gebrau-chen, denn andere Arbeiten daraus würden wegen der kurzen Dauerund geringer Brauchbarkeit zu theuer kommen. Doch kann man esdurch einen Oelanstrich gegen zu schnelles Berderben schützen ').
Von der Pappel.
Nach der Eiche und Tanne wird das Holz der Pappel am mei-sten zu Tischlerarbeiten angewendet. Man unterscheidet eine MengeArten derselben. Allein in Ermangelung der italienischen Pappel sinddie Wcißpappel und die Schwarzpappel diejenigen, welche man zuParis gebraucht. Sind sie gehörig trocken und gut ausgesucht, so
i> Es giebt .eine Art Tanne, von der man in Paris nur selten Gebrauchmacht, die sogenannte Rothtanne oder holländische Tanne. Sie übertrifft anGüte die so eben erwähnte Weißtanne bei weitem. Denn sie ist nicht nurfast eben so dauerhaft als die Eiche, sondern hat auch eine angenehmereFarbe mit Nüancen in den Adern, die einen guten Effekt machen; ein Vor-theil, welcher gestattet, dieses Holz mehr als jedes andere inländische Holzobne Oelanstrich anzuwenden. Es läßt sich wenigstens eben so gut als unserEichenholz verarbeiten und ist viel leichter. Seine Dauer ist länger, weildie Stämme vor dem Fällen nicht eingekerbt werden, wie die Weißtanneaus der Auvergne und Lothringen .
Diese Art Tanne wird größtentheils aus Norwegen bezogen, und vonHolland nach unseren Küsten bis nach der Bretagne auf Handelsschiffen trans-portirt, welche dieses Holz bei der Beladung als Ballast aufnehmen, wo-durch sie in diese verschiedenen Länder häufig gebracht werden und nicht sehrtbeuer kommen.
Es wäre zu wünschen, daß der Gebrauch dieses Holzes in der Haupt-stadt eingeführt werden möchte; es würde zwischen der Eiche und unserenTannen, sowohl in Ansehung der Dauer, als auch des Gewichts, die Mittehalten. Man würde seinen Vorzug für gewisse Arbeiten erkennen, für diedas Eichenholz zu schwer ist, und das Weißtannenholz zu wenig danerhafcseyn würde, (Uorirot, l'sdlcaux llctailläs lias Prix llas ouvrsges üe dätiinont.)