228
Hiernach kann in dem ersteren Fall das Tannenholz eine Verän-derung von und das Eichenholz eine Veränderung von '/«»««
in der Länge erleiden, wenn beides in dem Inneren eines Gebäudesverwendet wird, und in dem zweiten Fall, wenn nämlich das Holzim Aeußeren verwendet wird, kann die Veränderung des Eichenholzes'/»v, und die des Tannenholzes '/»ir» der Länge betragen.
Was die Veränderung betrifft, welcher das Holz in der Richtungseiner Breite unterworfen ist, so geht dieselbe, nach den Versuchen,bei dem Tannenholze von '/„ bis zu '/z«o, und bei dem Eichen-holze von Vs, bis zu '/., 2 , wonach man die mittlere Verändn-ung desTannenholzes zu und die des Eichenholzes zu '/„° annehmenkann. Aus diesen Versuchen folgt daher, daß das Tannenholz in derRichtung seiner Breite eine 42 mal größere Veränderung als in derRichtung der Länge erleidet, und daß bei dem Eichcnholze diese Ver-änderung nur das 22 fache beträgt.
Es kann daher ein aufrechter « Fuß hoher Pfosten von Tannen-holz in' seiner Länge nur eine Veränderung von '/w Linien erleiden,welche nicht bemerkbar Ist, während eine 6 Fuß breite Tafel von dem-selben Holze um 4 Linien sich verändern kann. Bei Eichenholz kanndie Veränderung des aufrechten 6 Fuß hohen Pfostens '/« Linie aus-machen, welche ein wenig bemerkbarer wird, und die der 6 Fuß brei-ten Tafel kann S'/io Linien betragen.
Da diese Berechnungen auf Versuchen beruhen, welche an mit-telmäßig trockenen Hölzern angestellt worden sind, so ist es klar, daßdie weniger trockenen Hölzer eine größere und die mehr trockenen einegeringere Differenz geben würden, in so fern letztere nicht einem höhe-ren Temperaturgrad ausgesetzt werden.
Aus diesen letzteren Bemerkungen und dem, was oben in derEinleitung gesagt worden ist, folgt, daß das natürliche Bestreben dergeschnittenen Hölzer, sich in der Richtung ihrer Breite zu krümmen,und die Veränderlichkeit ihres Volumens, bei der Tischlerarbeit zweigroße Hindernisse sind, welche diese Kunst unaufhörlich im Auge habenmuß, um sie in ihren Werken zu überwinden.