250 Schreiner - oder Tischlerarbeit; l. Abth. Z. Kap.
gen ergeben, welche einen unangenehmen Anblick verursachen würden.ES ist daher besser, diese Bekleidungen wie die gebogenen Lambris,durch sclderartige Einthcilung der Stücke, die einen nach der Längeund die anderen nach der Breite gelegt, mit Füllungen, zu bilden,wie die Figur 1 der Tafel OXXXVl darstellt. Diese Bekleidungenbieten bei Tonnengewölben keine größeren Schwierigkeiten dar, alsdie gebogenen Lambris, wovon oben die Rede gewesen ist.
Hingegen bei Kreuzgewölben und Klostergewölbcn, Figur 2 und6, verursachen die Curven, welche die Gcwölbtheile verbinden, etwasmehr Schwierigkeit, besonders wenn ein Theil der Fläche der zusam-menstoßenden Gcwölbtheile auf sie kommt; indessen bringt man die-selben zu Stande, wenn man nach den im 3. Kapitel der 1. Abthei-lung des 5. Buches für die Gewölbe aus Zimmerholz gegebenen Er-klärungen verfährt. Was demnach die Kreuzgewölbe anbelangt, soziehe man im Grundriß mit jeder Seite parallele Linien aus denKanten, welche durch die Diagonalll'm'en dargestellt wMkss, WkGerüstbogen nach den Curven, welche diesen Linien entsprechen. Nach-dem man sodann die Enden dieser Bogen nach de-n Winkeln desVierecks abgeschnitten hat, so tracire man mit der namlicbcn Scha-blone auf den vertikalen Seitenflächen eine Curve, von den abgeschnit-tenen Theilen ausgehend, um diesen Winkel zu bilden. Diese Curvewird mehr erhöht erscheinen, weil sie an einem weiter vorliegendenPunkte anfängt, als diejenige, welche durch die Mitte geht. Indemman hernach diese Curven nach einer und derselben Größe eintheilt,zieht man von den Thcilungspunktcn der mittleren nach den beidenanderen gerade Linien, welche die Lage des Richtscheites andeutenwerden, um die auf der mittleren Kante sich vereinigenden Gewö'lb-theile zu bilden.
Die Gesimsgliedcr, welche diese Curven erhalten sollen, wie auchdie Spunden und Zapfen zur Verbindung mit den Füllungen undQuerstücken, werden mit Parallelen vorgerisscn, was bei der Tischler-arbeit leicht mittelst cigends gefertigter Streichmaaße geschieht. Siewerden mit Hobeln ausgearbeitet, welche Backen haben, um dasWerkzeug zur Formirung der Ruthen oder der Gesimsgliedcr leiten zukönnen.
In Bettest der Klostergewölbe unterscheidet sich das Verfahrenvon dem so eben aus einander gesetzten nur darin, daß die präparato-rische Fläche nach den Parallellinicn, welche im Grundriß die Dicke