Von dem Bekleiden gebogener Flächen. 249
Mittelpunkt. Der Grundriß und das Profil, Figur 16 und 18, gebendas Verfahren deutlich an.
Figur 26 stellt eine über den Halbkreis erhöhte Nische dar, aufeiner halbkreisförmigen Grundfläche, Figur 19, aus horizontalen Ab-schnitten gebildet, mit ihrem Profil Figur 21, welches die Anordnungder Holzstückc zur Formirung der Nische andeutet.
Aus diesen Beispielen und aus allem, was so eben gesagt wordenist, folgt, daß man nach dieser Methode alle Arten von Flächen miteinfacher oder doppelter Krümmung bilden oder bekleiden kann; dieganze Kunst besteht darin, Curven zu verzeichnen, welche jedem Ab-schnitt, seine Lage mag horizontal, vertikal oder geneigt seyn, ent-sprechen.
Nach Allem, was vorhin von den Gcwölbstückcn gesagt wordenist, wird es leicht seyn, von der für ihre Konstruktion vorgeschlagenenMethode auf die verschiedenen Formen der Bogenrundungcn überThür- und Fensteröffnungen Anwendung zu machen. Da wir in dem3. Buche dieses Werkes die Formation dieser Flächen mit allen nöthi-gen Einzelnheiten abgehandelt haben, so enthalten wir uns, auf diesenGegenstand wieder zurück zu kommen.
Dritter Artikel. — Von der Bekleidung der Gewölbe.
Alles was wir von den Bekleidungen der Thür- und Fensterbogengesagt haben, kann auf die Bekleidungen der Gewölbe angewendetwerden. Hierzu bedarf es nur eines richtigen Begriffs von der Bil-dung ihrer Fläche und der Kenntniß von der Natur der Curven ihresGrundbogens.
Die Flächen der cylindrischen Gewölbe, welches die einfachstensind, kann man als aus einer Reihe Curven zusammengesetzt ansehen,welche durch gerade Linien, parallel mit den Seiten oder der Are ver-bunden werden. Hieraus folgt 1) daß alle schief auf die Are gehendeDurchschnitte Curven geben, welche eine Verstreckung des Grundbogens— der auf der Are senkrechten Curve — sind; 2) daß alle parallelmit der Are geführte Schnitte gerade Linien geben.
Hiernach könnte man die Bekleidungen eines Gewölbes dieserArt entweder durch gerade nach seiner Länge gelegre Stücke oderdurch Curven, die den Bogen bilden und nach seiner Breite gestelltwerden, sormiren. Allein da die trockensten Hölzer dem Schwindenin ihrer Dicke unterworfen sind, so würden sich hierbei bald Trcnnun-