Von dcn Treppen (Stiegen) von Tischlerarbeit. 255
Zapfen nach der Figur 8. Das andere Brett, welches dcn Vorder-theil bildet — die Setzstufe oder das Futterbrett — kann I» bis 12Linien dick seyn, und wird mit dem oberen durch Nuth und Federverbunden, nach der Figur 0.
Will man einen Plafond darunter anbringen, so fügt man andereBretter hinzu, welche sowohl unter sich als auch mit den Wangendurch Nuth und Federn verbunden werden. Um zu verhindern, daßsich bei dem Schwinden, dem alle Hölzer ausgesetzt sind, die Fugennicht auf eine unangenehme Weise öffnen, kann man diese überdecken,wie die Figur 10 andeutet.
Wenn diese Bcklcidungsbretter unter Stufen kommen, welche andem einen Ende breiter als an dem anderen sind, wie an Wendel-treppen, so muß das Untere windschief werden, wie die Figuren 11und 12 zeigen.
Die Rechtecke -WblN, rill«, Figur 12, geben die Dicke an,welche das Holzstü'ck haben muß, um die Windschiefe zu enthalten;das Trapez vk'Okl, Figur 11, ist seine entwickelte Form.
Macht man diese Bekleidung aus zwei Stücken, so deuten dieRechtecke I?0>1. und MUIU ihre Dicke an. Es ist leicht einzusehen,daß die Dicke in dem Verhältniß abnimmt, wie die Breite geringerwird. -
Wenn das Untere der Treppe mit regelmäßigen Feldern verziertwerden soll, so muß man die Dicke der Wangen und die Randstückein ihrer wahren Größe heraustragen. Was die Querstücke und Fül-lungen anbelangt, so müssen die Holzstücke, aus denen man dieselbenbildet, eben so ausgearbeitet werden, wie die unteren Flächen, vondenen vorhin die Rede war.
Von den geraden und krummen Wangen und denSpindeln.
Die geraden Wangen bieten in der Ausführung keine Schwierig-keiten dar; es kommt dabei nur darauf an, aus ihren inneren Flächendas Profil der Stufen vorzuzcichncn, um die Einschnitte für letztereauszuarbeiten. Nur muß bemerkt werden, daß, wenn die Stufen-breiten nicht gleich sind, die obere Seite der Wange eine windschiefeFläche seyn muß, die durch Linien in der Verlängerung der Stufen,welche, wenn die Wange an ihrer Stelle liegt, horizontal seyn müssen