V. d. Verbind, d. Säulen, Architrave u. Frontisp. m. Eisen. 335
gewicht zu hatten, sondern sie auch in der Weise zu construiren, daßsie eine Verbindung bildeten, welche, weit entfernt, einen Seitendruckzu erzeugen, dem Druck des mittleren großen Gewölbes der Vorhalleund der Plafonds widerstehen konnte.
Soufflot's Idee war, die Theile über den Architraven durchBogen zu bilden, deren Seitendruck noch in das Gleichgewicht zubringen war. Nachdem ich hierüber reiflich nachgedacht hatte, hieltich es für möglich, einen Druck durch den anderen aufzuheben, wennman, so zu sagen, einen Theil jedes Architravs an die unteren Ge-wölbsteinc des darüber angebrachten Strebebogens aufhängen wollte.Um diesen Mechanismus v-rstandlichcr zu machen, verfertigte ich einModell von '/„ der natürlichen Länge, welches genehmigt wurde, undich erhielt den Auftrag, die Ausführung zu leiten.
Die Idee dieses Mittels ist das Resultat mehrerer Versuche,welche ich angestellt hatte, um die Art und Weise kennen zu lernen,wie Gewölbe wirken, wenn ihre Nebcnpfeilcr zu schwach sind, umihrem Drucke zu widerstehen. Ich hatte gefunden, daß, wenn aneinen auf zu schwache Pfeiler gestellten Bogen ein Gewicht an Fäden,welche durch die Fugen durchgehen, aufgehängt wurde, der Sciten-druck des G'wölbcs aus eine gewisse Höhe aufgehoben war.
B c s ch r e i b » n a.
Diese Architrave sind 16 Fuß 2 Zoll lang und haben von einerSäulenachse bis zur anderen 21 Fuß 1 Zoll Länge, ihre Breite ist4 Fuß 16 Zoll und ihre Höhe 2 Fuß 4 Zoll 6 Linien. Sie sind in13 Steine eingetheilt, die inwendig drei hohle Räume rr, b, o, Fig. I,Tafel (V.I, bilden. Die Tragstcine dieser Architrave haben eineNeigung von 17'/, Grad.
Statt eines doppelten Architravs, wie an den Colonnadcn desLouvre und des Platzes Louis XV. , hatte man über jedem jenerArchitrave einen Dogen construirt, der ihnen zu gleicher Zeit zur Be-festigung und als Verstrebung dient; er ist auf den nämlichen Trag-stcinen errichtet, wie die Architrave. Der Halbmesser dieses 126 Gradenthaltenden Bogens ist 6 Fuß 8 Zoll, während der des Bogensden der Arcksstrav in sich begreift, 22 Fuß ist. Der Bogen ist inoben rechtwinklicht bearbeitete Steine eingetheilt.
Aus der Figur 1 der Tafel Olb.1 ersieht man, daß der Verbanddergestalt angeordnet ist, daß die Tragstcine eines jeden Architravs