Band 
Dritter Band.
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398 Dachdeckerarbeit; 2. Abth. l. Kap.

Es ist jedoch gewiß, daß man zu Paris eben so solide und dauer-hafte Terrassen auf Balkendecken anlegen kann, wie die in Italien sind, wenn man bei ihrer Construktion die erforderliche Vorsicht an-wenden wollte. Bor allen Dingen müssen die Deckenbalken so festverbunden werden, daß sie sich nicht werfen können. Das einfachsteMittel besteht darin, die Zwischenräume der Balken ganz auszumauernoder auszuwickeln, und darüber einen starken Estrich zu schlagen, überwelchen man die Steinplatten auf eine Lage Cement setzt und sie sostampft, daß sie sich überall auflegen. Die Verbindung der Fugenmit fettem Kitt geschieht zu gleicher Zeit; man gießt denselben darüberhin und schlägt die Platten auf der Seite an, um sie besser an ein-ander zu fügen. Sind die Platten oben nicht gehörig gerade undeben, so ist es besser, die Hervorragungcn zu lassen und sie erst späterwegzuhauen, als die Platten durch das Unterkeilen gleich zu legen.Man kann ihnen auf einen Fuß ein Gefalle von V 2 bis 3 Liniengeben, je nachdem ihre Lage gegen Süden oder Norden ist. EineTerrasse, welche ich vor mehr als 3V Jahren über einem Schoppenauf diese Weise verfertiZen ließ, ist noch in gutem Zustande und hatkeine Unterhaltungskosten erfordert.

Man kann überzeugt seyn, daß das einzige Mittel, eine solideund dauerhafte Terrasse'zu construiren, darin besteht, eine Masse zubilden, welche sich nicht biegen, nicht zerbrechen und vom Wasser nicht.durchdrungen werden kann. Betrifft es eine Balkendecke, so verschafftihr die gänzliche Ausfüllung der Balkenfelder, wenn sie gut gemachtwird, die Festigkeit eines Gewölbes, indem dadurch die Balken gehin-dert werden, sich zu biegen. Liegt die Terrasse gegen Norden oderan einer feuchten Stelle, so können die Balkenfelder mit kleinen Bruch-steinen oder Backsteinen und Kalkmörtel ausgemauert und mit einemUeberguß von Cement bedeckt werden, auf welche man 18 bis 20 Li-nien dicke Platten von gutem harten Stein, der dem Eindringen desWassers nicht unterworfen ist, legt '). Indessen sind die solidesten

1 ) Außer diesen Vorsichtsmaaßregeln würde es noch gut seyn, nach demBeispiele der Alten (Siehe Band II Seite 28t) den Stein mit einer fettenSubstanz während der heißen Jahreszeit zu tränken. Der zur Malerei ander Kuppel der Genvvevenkirche angewendete Glanzüberzug scheint uns zndiesem Zwecke sehr geeignet zn seyn. Er ist aus einem Theil Wachs, dreiTheilen gekochtem Leinöl und einem Zehentheil seines Gewichts Silberglättezusammengesetzt. Diese Mischung, welche in flüssigem Zustande über eine