22 Von den Principiis
dament verſtehen/ ſind gens de routine( wie die Frantzo-ſen zu reden pflegen) das iſt/ ſie wiſſen das meiſte deſfenſo man thun ſoll; Dann ſie habens vielmahlen geſehen/und auch ſelbſten mitgemacht; Aber die Urſachen/ wa-rumb mans thun ſoll/ oder warumb man ſelbiges nichtauff eine andere Art vornehmen ſolle/ auch was etwandie Zeit oder der Ort/ haben oder nicht haben wolle/ daskonnen ſie ſchwerlich penetriren. Dann die Salus oderdie Oecaſionen fallen ſo ungleich/ daß unmoglich iſt/ alleMoͤnche uͤber einen Kamm zu ſchaͤren. Wann mannun den Unrechten ergreifft/ ſo wird gemeiniglich dasHaar verdorben. Darumb iſt faſt noͤthig/ daß die je-n ige/ welche nicht mit einem guten naturlichen judicioes begabet/ ſolchen Mangel mit unablaͤßlichem Jleiß„ und Auffmercken zu erſetzen ſuchen. Hertz und Ver-i fſtand ſind die zwey fuͤrnehmſten Stuck an einem Sol-5» daten: aber das Letztere muß dem Erſten den Wege2 hpeiſen/ dieſes aber beſchicht nur durch ein vernuͤnfftign diſcernement, daß man wiſſe zu diſting uiren/ was ineinem oder dem andern Ort oder Zeit nutzlich oderſchaͤdlich ſeyn werde. In den Schulen hat man dißAxioma: Qui benè diſtinguit, benè docet, es iſt aber nitallein bey dem Lehrer noͤthig/ daß er wol zu unterſcheidenwiſſe/ ſondern es wird auch ben den jenigen erfordert/ dieohne Lehrer oder Unterweiſung von ſich ſelbſten etwas be-greiffen oder lernen wollen. Die Wiſſenſchafft aber/oder der Verſtand hierzu/ wird in dem Krieg/ ohne vor-gegangene Unterweiſung/ ſehr ſchwer zu erlangen ſeyn/in Anſehung/ daß darinn die Contuſton ſo groß/ undDie Verhinderung und avocationen ſo mannigfaltigſich ereugnen/ daß man die Fundament/ Grund undi Urſach deren Actionen die man geſehen/ nicht behoͤrigerWeiſe examinixen/ und ſich zu Nutz machen kan. 1 05cho
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