WiltteMartiere der Armeen. Kleine Vorfalle. rr
zsb hierauf dem Obersten Aenstadt Befehl, sich nach Weißenfels zu zieh». Dieserfttzke den l7ten März zum Abmarsch an, und des Morgens um 5 Uhr war das Regimentdazu in Bereitschaft. Unterdeß aber war der General Luzinsky den Tag vorher schonmit roo Ottoschen Jägern, einigen ioo Kroaten, etwas sächsischer Infanterie, dem Hu-farenregiment Gpleny und dem pfälzischen Dragonerregiment aufgebrochen, und dieNacht durch marschirt, den Obersten Acnstädr aufzuheben. Dieser glaubte ganz sicher zusein, und brauchte daher nicht einmal die Vorsicht die gewöhnlichen Patrouillen gegen denFeind auszuschicken; vielmehr zog er alle seine Posten ein, damit sie nicht aufgehobenwerden möchten. Daher wurde es den Kroaten und der sächsischen Infanterie leicht, sichüber Dsilda in die Vorstadt zu schleichen. Die Jäger gingen über die Elster bei Aume,und die Kavallerie besehte die Höhen von Rosburg und Gleine. Als daher der Obersteabmarschiern wollte, fand er zu seinem größten Erstaunen schon den Weg vom Feinde ver-sperrt, ward sogleich von der Kavallerie von vorn, und von den Kroaten auf der Seitehitzig angegriffen, und gegen die Elster geworfen. Der Erfolg davon war, daß er selbstnebst dem Obersten Treskow, g Rittmeistern, 2 Lieutenants, 6 KornetS und 187 Unter-vfficieren und Gemeinen gefangen wurde.
Sobald der König von diesem Vorgang Nachricht erhielt, detaschirte er den Ge-neral Schenkendorf mit den Grenadierbataillonen Nimschefsky, Bähk, Schwarz,und 200 grünen Husaren, um den Feind wieder zurück zu weisen.
Dies kleine Korps traf den 2gten März in Zeitz ein, blieb daselbst bis den 8tenApril stehen, ohne vom Feinde beunruhigt zu werden, und marschiere hierauf wieder zurArmee zurück.
Da der Versuch, den Kriegführende« Mächten Gesinnungen des Friedens beizu-bringen, den die Könige von Preußen und England gegen dasj Ende des vorigen Jahres,durch Aeußerung einiger Neigung zum Frieden gemacht hatten^keine günstige Wendung zunehmen schien, so arbeitete der König während der Ruhe, welche die Hauptmassen beiderArmeen in den Winterquartieren genossen, mit seiner gewöhnlichen Thätigkeit an Wie-derherstellung der Armee, die in der That sehr herunter gekommen war. Die Ministerdes Wiener Hofes, die damals das peteröburgische und französische Kabinet beherrschten,dachten hingegen, stolz auf ihre erhaltenen Vortheile, die letzte Hand an ihr angefangenesWerk, die Eroberung von Schlesien, zu legen. Denn nach ihrer Meinung war der Kö-nig, der in dem verflossenen F ldzuge wohl 60222 Mann verlohren hatte, seinem Unter-gänge nahe. Da sie die Quellen nicht kannten, die ein großer Mann theils in sich selbstfindet, theils durch seine Scharfstchtigkeit da entdeckt, wo mittelmäßige Köpfe nichts
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