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4 (1789) Der Feldzug von 1760 : als eine Fortsetzung der Geschichte des General Lloyd / Henry Lloyd ; von G. F. Tempelhof
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Niederlage des General Fonquet. 27

in die Gegend von Freiburg ,'n Kantonirungsquartiere, und nahm sein Quartier in Frorligsdorf. Das 2te Bataillon vom Regiment Mosel wurde nach Neiße detaschirt, umdie Besatzung zu verstärken. Dies wäre beinahe auf die Laudonsche Armee gestoßen,ward auch von dem General Nauendorf mit einigen hundert Dragonern und Husaren beiTapliwoda zwischen Nimpcsch und Heinrichau angegriffen, schlug sich aber mit dergrößten Tapferkeit durch, und traf über Heinrich«» glücklich an dem Ortseiner Bestim-mung ein, ohne mehr als i Todten, i Officier und 7 Verwundete zu bekommen.

Die Bewegungen des Feindes sehten den General Fouquec in keine geringe Ver-legenheit. Er hatte von dem König Befehl den General Lands» längs dem Queis zubeobachten, wofern er durch die Oberlausnirz seinen Marsch nehmen sollte, um sich mit denRussen zu vereinigen. Bräche der Feind aber in Schlesien ein, so sollte er Brcslau,

Neiße, Glogau und Schweidniy zu decken suchen. Dies war nun allerdings schwermit einem so kleinen Korps zu bewerkstelligen, als unter seinen Befehlen stand. Der Ge-genstände waren zu viel, und wenn der Feind nicht Giay belagern sollte, so mußte er auchHerr von dem Posten von Landshuc bleiben, der gewissermaßen der Schlüssel von Nie-derschießen ist. Er meldete daher dem Könige seine Lage, und bat ihn um eine Verstär- ,

kung; zugleich ersuchte er^den Prinzen Heinrich, dessen Armee noch von Löwenberg öis^

Saga» kantonirte, um einige Bataillone zur Unterstützung. Allein dieser war eben im '

Begrif aufzubrechen, und den Russen entgegen zu gehen; daher konnte er von seiner Armee,die auch nicht sehr stark war, nichts entbehren, und mußte es der Geschicklichkeit und Klug-heit des General Fouquer überlassen, sich so gut als es anginge, aus seiner bedenklichenLage zu ziehen. Dieser war daher genöthiget den General Schenkendorf, der den Postenbei Landshuc beseht hielt, an sich zu ziehen, und den 4ten JuniuS das Lager auf den Hö-hen bei .Mürben unweit Schweidnitz zu nehmen, weil der Feind Mine machte, gegenden Zoptenberg vorzurücken, und ihn von Breslau abzuschneiden. Wirklich rückte auch,,der General Laudon den zten'in 2 Kolonnen weiter vor, und lagerte sich mit einer beiNimpcsch und mit der andern bei Reichenbach, indeß der General Draschkowitz wiederdas verlassene Lager bei Frankenstein bezog. Verschiedene Detaschementer streiften bisBreslau, und machten die Gemeinschaft mit dieser Stadt unsicher.

Diese Bewegung des östreichischen Feldherrn konnte, nicht die Belagerung vonBreslau zur Absicht haben, weil er keine schwere Artillerie mit sich führte; sie konnte aufkeine Vereinigung mit der russischen Armee abzwecken, weil diese noch in verschiedenenKorps zerstreut an der Weichsel stand; Breslau aber berennen, und die Belagerungs-artillerie wollen nachkommen lassen, war ein Entwurf, der einem General wie Laudon

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