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§. r3. Von dem Hart- und Weicheinsetzen.
Das Hart ei »setzen ist nichts anderes, als die verfertigten eisernen Bestandtheilezum Theil zu cemcntircn, das ist: mittelst Kohlenstoff in Stahl zu verwandeln, damit,wenn solche im Wasser abgekühlt sind, sie eben so hart wie Stahl werden.
Alles, was bey der Erzeugung des Cement-Stahles gesagt wurde, hat bey demHarteinsetzen eine unmittelbare Anwendung; und der einzige Unterschied bestehet darin,daß die Cementation der Eisenbcstandtheile nur 2 höchstens 4 Stunden dauern muß, weilsonst die feineren Spitzen und Kanten verloren gehen, und die Bestandtheile schädlicheBlasen bekommen könnten.
Sämmtliche Eisenbestandthcile eines Schlosses, die Federn allein ausgenommen, sowie das Züngel und alle Schrauben, auch selbst die Holzschrauben, müssen hart eingesetztwerden; welches ihnen eine viel größere Haltbarkeit verschaffet, und sie auch besser gegenden Angriff des Rostes schützet.
Man psiegt 20 bis 3 o Schlösser, in ihre Bestandtheile zerlegt und mit Nummernbezeichnet, in einen Kasten von starkem Eisenbleche einzusetzen. Die Ordnung, nach welchersie im Kasten gelegt werden, ist folgende:
Am Boden des Kastens gibt man eine Lage von grob gestoßenen durchgesiebten Koh-len, dann eine Lage von den kleinsten Bestandtheilen; diese werden wieder mit einer Lagevon Kohlenpulver bedeckt, dann folgt eine Lage von größeren Bestandtheilen u. s. f. bisauf die Schloßbleche, welche in die letzte oder oberste Lage kommen. Diese werden ebenauch mit Kohlenpulver bedeckt, dann der Kasten mit einem Deckel von Eisenblech geschlos-sen, und mit guter Thonerde-an den Fugen verschmieret, damit die Luft nicht in denKasten eindringen könne, welches sonst die Cementation mit Verbrennung der Kohlen zer-stören würde. Eine nothwendige Beobachtung Hiebey ist, daß jeder Bestandtheil in demKasten mit Kohlen gut bedeckt, und einer von dem anderen so wie auch von den Wändendes Kastens ganz frey liege.
Der Kasten wird in einem eigens hierzu erzeugten Windofen zwischen den Kohlenrothwarm gemacht. (Fm Nothfalle ist es genug, wenn der Ofen von freyliegenden Ziegelnerrichtet, und der Kasten auf Eisenstangen ruhet). Um die Cementation zu beschleunigen,ist es vortheilhaft, anstatt Kohlenpulver, gebrannte und gestoßene Ochsenklauen zu ver-wenden, indem der Kasten dann nur ziegelroth zu werden braucht, um die nothwendigeVerstahlung der Schloßbestandtheile an der Oberfläche zu erhalten; welches immer sehrvortheilhaft ist, weil durch eine große Hitze das beste Eisen grobkörnig, und folglich sehrspröde wird.
In Frankreich nimmt man statt Ochsenklauen, Kienruß und gebranntes Leder vonalten Schuhen u. dgl.; und man hat selbst den Gebrauch: Salz, Knoblauch und Urin inden Einsatz zu geben.
Sicher ist es, daß der Kohlenstoff allein das Eisen in Stahl verwandelt; jedoch istes sehr möglich, daß die verschiedenen Stoffe, welche in den Einsatz gegeben werden,