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Vierter Abschnitt.
Don den Feuersteinen.
Der Hauptbestandtheil der Feuersteine ist Silicium-Oxyd oder Kieselerde, welche inder Natur sehr ausgebreitet ist, und als Quarz oder Berg-Krystall am reinsten vorkommt.Das Silicium selbst ist im Allgemeinen die Basis von allen harten und edlen Steinen,den Saphier, Rubin und Demant-Spath ausgenommen, welche Steine aus Thonerde d. i.Allumium-Oxyd bestehen.
Der ganze Mechanismus an den bestehenden Feuergewchrcn hat bloß zum Zwecke,harte Steine mit dem gehärteten Stahle in eine so starke Reibung zu versetzen, daß zurEntzündung des Pulvers dem Stahle hinreichende Funken entrissen und auf die Pfannedes Schlosses gebracht werden können. Die Erklärung dieses Phänomens ist folgende:Der durch die gewaltsame Reibung abgerissene Stahl tritt in eine sehr starke Vibration,und wird in diesem Zustande fähig , sowohl den Sauerstoff aus der Luft, als auch denvom Steine selbst, in seine Wellen aufzunehmen, wodurch zwischen der Materie und derallgemeinen Kraft ein neues und plötzliches Gleichgewicht entsteht, deren Wirkung odervibrircnde Bewegung sich als strahlendes Feuer zeigt.
Das Hauptbedingniß eines Feuersteines ist : daß selber weder zu hart noch zu weich sey,weil im ersten Falle der Batterie-Deckel in sehr kurzer Zeit zu Grunde geht, im zweytenFalle aber zu wenig Funken entrissen werden.
Aus dieser Ursache werden auch die Feuersteine, welche eigentlich aus Kiesel- undThonerde bestehen und nicht so hart wie der reine Quarz sind, den letzter» vorgezogen.
Die dauerhaftesten Feuersteine sind diejenigen, welche eine gleichförmige Strukturoder Krystallisation haben, weil sie in Folge einer mehr gleichförmig vibrirenden Bewegungder materiellen Theile nicht so leicht springen können; und weil, je gleichförmiger die Vi-brationen sind, desto mehr auch, nach unserer Theorie, die Körper durchsichtig werden,und eine gleiche Farbe spielen, so ist hiermit auch die Ursache erklärt, warum die durch-sichtigen Flintensteine die besten sind.
Die Achatsteine, welche aus mehreren harten Steinen, aus verschiedenen Verbin-dungen : nähmlich des Siliciums mit anderen leichten Metallen, oder des Siliciums mitSauerstoff oder Wasserstoff entstehen, und auch so verschiedene Farben spielen, können inkeinem Falle von Dauer seyn.
Etwas, besser als die Achatsteine, jedoch auch nicht hinreichend, sind die aus guterPorzellanerde gebrannten Flintensteine gefunden worden, weil diese Erde, eben sowiedie Feuersteine, aus Kiesel- und Thonerde besteht.
Erzeugung der Flintensteine.
Die Feuersteine werden aus einem besonderen Kieselsteine (silsx pyromachus)erzeugt, welcher in mehr oder weniger großen, doch selten über i3 Pfund schweren, run-