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Erster Band.
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Selbst ein so kleines Zündloch zu bohren, müßte, mit der schon bekannten Maschine, Tab.eine sehr große Schwierigkeit seyn. Und wirklich wurde -auch dasselbe bisher nicht auf 9Puncte, sondern auf i § Linie im Durchmesser gebohrt, oder vielmehr durchgeschlagen,bann das Eisen auf der Oberfläche, mit einem Meißel und Hammer, dergestalt zusammengetrieben und zugeschlagen, daß das Zündloch meistens nur durch ein dünnes Plättchengeschlossen war, und bloß -auf eine Tiefe von einigen Puncten den bestimmten Durch-messer von 9 Puncten erhielt.

Die Folge von dieser fehlerhaften Manipulation war, daß hierdurch der Vortheildes verkleinerten Zündloches verloren ging, weil in sehr kurzer Zeit das dünne Plättchenausgebrannt, oder mit der Raumnadel ausgestoßen und abgerundet wurde, und dannein eben so großes Zündloch wie ursprünglich entstehen mußte.

Der Fehler war zu bedeutend, -um nicht auf ein Mittel zu denken, solchen zu be-seitigen. Ich entwarf demnach eine meue Zündloch-Bohr- und Aussenk-Maschine, welchemit dem erwünschten Resultate selbst in unseren Rohrwerkern eingeführet ist.

Beschreibung der neuen Zündloch-Bohrmaschine.

Das Bohren der Zündlöcher mit dieser Maschine geschieht vertical. Der Bohrer Tab.wird von einer Druckstange, oder einem Hebel der zweyten Gattung gedruckt, dessen VIII.Stützpunct in einer doppelten Charnier sich drehet. Die Last, nähmlich der Bohrer, wird ^ in einer Entfernung von 6 Zoll 4 Linien von der Charnier herunter gedruckt, undzwar mittelst eines Gewichtes von 7 Pfund, welches auf dem anderen Arme des im Gan-zen 2 Schuh 7 Zoll langen Hebels nach Bedarf geschoben werden kann.

Die ganze Länge des Bohrers beträgt 1 Zoll 3 Linien. Derselbe wird mittelst vierkleiner Räder und einer horizontalen Hand-Kurbel, deren Achse durch die Druckstangegeht, in Umlauf gesetzt. Der Kopf des Bohrers ist halbrund, und das Stange! dessel-ben, welches viereckig ist, geht durch die Achse des vierten Rades, wodurch der Bohrer,wenn er sich drehet, von der Druckstange immer in vertikaler Richtung herunter ge-,druckt wird.

Zur Befestigung des Laufes in einer horizontalen oder schiefen Richtung, je-nachdem das Zündloch gerad oder schief gebohrt werden muß dienet ein eiserner Cylin-der, von dem Durchmesser der Bohrung und 4 Zoll Länge, an welchem der Lauf gestecktwird, dann eine Stellschraube, welche in einer eisernen Unterlage angebracht ist. DerCylinder, die Unterlage und die oberen zwey Platten, zwischen welchen sich die vierRäder drehen, sind mittelst Schrauben zusammen verbunden, und die Charnier, vonwo aus die Druckstange sich drehet, ist rückwärts an die zwey Platten der Räder mittelsteiner Schraube und Mutter befestiget. Die ganze Maschine wird an der Unterlage in-einen Schraubstock eingespannt. Selbst der Cylinder kann gewechselt werden; und rück-wärts desselben befindet sich ein Ansatz, an welchen sich der Lauf beym Pulversacke stützet,damit das Zündloch immer auf einer und derselben Stelle gebohret wird.