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Vollendung desselben, die Hülse ausgebohrt. Diese Gattung Röhre, welche besondersin Kärnthen erzeugt werden, haben den Vortheil der Gewundenen; nur ist zur Erzeu-gung derselben zu viel Zeit erforderlich, wodurch ihr Vorzug wieder verloren geht. Uebri-gcns kann man bey den Drahtröhren mit mehr Gewißheit auf die Güte derselben alsbey den Gewundenen und Gedrehten rechnen, indem es unmöglich ist, aus einer schlechtenGattung Eisen Draht zu erzeugen.
Diese Röhre sind jedoch nicht mit den uralten und gleich Anfangs verworfenen Draht-röhren (canon file) zu verwechseln, welche eben so mit umgewundenem Drahte, aufeinem Rohre vorbereitet, aber anstatt geschweißt, mit Schlagloth und Borax gclöthet wur-den; von der Hülse wurde auch nur die Hälfte, höchstens •§ ausgebohrt. Ueberdieß bestandder Pulversack, auf einer Länge von 10 bis 12 Zoll, durchaus aus geschmiedetem Eisen.
Es ist sonderbar genug, daß sich kürzlich Jemand bey der österreichischen Artilleriegemeldet hat, welcher dieses Verfahren als neu angab, und auf diese Art sogar grobeGeschütze verfertigen wollte, ohne sich dabey einer eisernen Hülse, zum Umwinden undLöthcn des Drahtes bedienen zu wollen.
§. 4. Von den damascirten Läufen.
Eine künstliche Mischung von Stahl und Eisen gibt eine Massa, welche bey uns unterdem Nahmen Damast bekannt ist, und diese Benennung von ihrem Ersindungsorte Da-mascus erhalten hat. Ob die Türken zu ihren berühmten Säbelklingen, von welchen soviel Wunderbares erzählt wird, andere Ingredienzien, oder auch Metalle verwenden, istnicht bekannt; sicher ist es jedoch, daß man, wie ich gleich zeigen werde, mit einer Mischungvon Eisen und Stahl allein, die natürlichen Verzierungen, wie bey den türkischen damas-cirten Klingen und Läufen hervorbringen kann. Und was die Güte der Klingen anbelangt,getraue ich mir zu behaupten, daß manche der gewöhnlichen Klingen, wovon das Stück umeinige Gulden beygcschafft werden kann, den mir bekannten türkischen Klingen in der Gütewenig nachstehen werden.
Der einzige Vortheil, welcher aus einer Massa von Damast, für dieLäufe sowohl als fürdie Klingen erwachsen könne, ist, daß durch das wiederhohlte Gärbcn des Eisens und Stahles ,um die erwünschte Mischung zu erhalten, dieMassa um so dichter wird, und derKlingc, ohnedasselbe springt, eine noch größere Härte gegeben werden kann, weil das untermischte Eisen,welches die Härtung nicht so stark annimmt, zur Verbindung und Unterstützung der stärkerenStahlthcile dienen kann. Aber °auch bey den ordinären Klingen wird das Eisen gemischt.Ueberdieß enthält der natürliche Stahl, woraus gewöhnlich die Klingen erzeugt werden, soviele Eisentheile in sich, daß selbe wohl auch den nähmlichen Dienst leisten werden*).
Mehr als auf die Güte der damascirten Läufe und Klingen, war man jedoch überallbedacht, die türkischen Verzierungen auf selben hervorzubringen; und es ist sonderbar ge-
*) Hcrr Fischer hat unlängst den sogenannten Meteor-Stahl hergestellt, welcher aus Stahl und Nickelbesteht. Diese Gattung Stahl ist zur Erzeugung der Klingen sehr gut, und biethet nebstdem eine da»miscirle Massa dar, die ein sehr gefälliges Ansehe» hat.