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Stampel so eingerichtet seyn, daß einer in den andern greift, um sich nicht verrücken zukönnen; welches durch zwey Zapfen oder Warzen erhalten werden kann.
Die gewöhnlichen damascirten Röhre, welche aber mit den türkischen in gar keinenVergleich gesetzt zu werden verdienen, werden so wie die Bandröhre erzeugt; nur wirddas hierzu bestimmte Band, vor dem Aufwinden, schraubenförmig gedreht und flach ge-schlagen, welches bezweckt, daß die eisernen und stählernen Schienen, nach verschiedenenWendungen sich krcutzcn müssen; daher wohl auch eine gewisse gewundene Verzierung her-vorgebracht wird, welche aber nicht nach einer, im voraus bestimmten Gestalt, und sehrselten auch überall gleich ausfallen kann.
Uebrigens findet kein Hinderniß mehr Statt, nach Belieben gewundene oder gedrehtedamascirte Röhre auf türkische Art zu verzieren, weil die Verzierungen bloß durch Stam-pel sichtbar gemacht werden müssen.
Wenn die damascirten Röhre gänzlich vollendet sind, werden sie einige Stunden inEssig und Salpetersäure gebeitzt; hicrbey werden die Eisentheilc von der Säure angegrif-fen, und der Kohlenstoff des Stahles bleibt zurück, wo dann die verschiedenen Verzie-rungen, durch die abwechselnd dunkelgrauen und weißen Streifen gebildet werden.
Das Wesentlichste, was bey dem Bcitzen zu beobachten kommt, ist, daß das Rohrvorher glänzend poliert werden muß, und die Säure nur langsam wirken darf, wozu einZusah von Kupfer-Vitriol sehr zweckmäßig ist.
§♦ 5. Bon den Doppelläuferr.
Die meisten Jagdflinten sind mit zwey Läufen versehen, welche entweder neben, oderüber einander, mitsammen verbunden sind. Diese Röhre werden einzeln, so wie alle übrigenerzeugt, und mittelst zweyer Schienen oder Reifen zusammen gelöthet. Es ist nothwendig,daß solche Röhre, wenigstens wo sie zusammen stoßen, conisch erzeugt und abgezogen werden,damit sie sich genau zusammenfügen lassen, welches nicht geschehen könnte, wenn sie nachder asymptotischen krummen Linie geschliffen oder abgedreht würden; überdicß soll bey derZusamm.nfügung, der Unterschied zwischen den Eisenstärkcn, am Pulversacke und an derMündung, sehr unbedeutend, oder eigentlich Null seyn, damit, wenn zwischen die zweyLäufe, welche neben einander, oder über den oberen Lauf, wenn sie aufeinander liegen-,gezielt wird, die Schußlinie so viel möglich parallel mit der Bisir-Linie ausfalle.
Die Löthung geschieht entweder mit geschlagenem, auch gegossenem Messing oder mitSilber, auch zum Theil mit Silber und zum Theil mit Zinn . Vor dem Löthen müssen dieRöhre von Innen vollkommen nach der Saite gerichtet werden, weil, wenn selbe einmahlgelöthet sind, das Richten sehr schwer und öfters ganz unmöglich ist. Und da selbst beymLöthen, wenn hierzu eine zu starke Hitze nothwendig ist, die Läufe krumm werden kön-nen, so ist immer die leicht flüssigste Löthung vorzuziehen, wenn solche auch nicht die Halt-barkeit der strengflüssgen besitzt.
Das gegossene Messing braucht, um in Fluß zu kommen, einen geringeren Hitzegrad alsdas geschlagene, einen noch geringern das Silber, das leichtflüssgsteLoth aber ist das Zinn.
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