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Salzsäure geätzten Eisen der Fall nichts ist; im Gegentheile wird hier die Farbe durch dasBürsten mit der eisernen Bürste nur noch schöner und sogar fester.
Es frägt sich nun noch, ob nicht etwa durch chemische Präparaten das Eisen mit einemUeberzuge von einem weniger oxydirbarsn, jedoch eben so festen Metalle, >yre das Eisen selbst,versehen werden könnte.
Unter allen Metallen, welche an der Oberfläche des Eisens haltbar angebracht werdenkönnen, sind Kupfer und Silber die vorzüglichsten. Diese Verbindungen aber, wenigstenswie solche bisher, mittelst schwefelsauerem Kupfer, und salzsauern Silber bewirkt wordensind, gewähren nur sehr wenig Haltbarkeit, da ein derley Ueberzug durch geringe Rei-bung wieder weggeschafft werden kann. Nebstdem sind diese beyden Metalle zu weich; wenndaher auch die innigste Verbindung derselben mit dem Eisen bewirkt werden könnte, einehinlängliche Festigkeit doch nie zu erlangen wäre.
Die Engländer zwar nehmen zur Grundirmasse ihrer braun lackirtcn GcwehrlLufe:Salpetersäure und Kupfer-Vitriol; dieser Zusatz des Letztem dienet aber keineswegs, umeine Verbindung des Eisens mit dem Kupfer zu bewirken, sonden nur, um die fast augen-bliche Wirkung der Salpetersäure zu schwächen und zu verzögern, und dadurch eine gleich-förmigere Oxydation zu erhalten. Dasselbe geschieht auch bey dem Aetzen der damascirtcnLäufe und Säbelklingen; aber es bleibt von dem Kupfer nicht die minderste Spur zurück,sobald das auf diese Art geätzte Eisen mittelst eincrBürste, oder gar nur mittelst eines nassenFetzen abgerieben wird.
Nach der Angabe des Herrn Dup^in (Siehe sein Etat militaire de l’Angle-terre) nehmen die Engländer zu ihrer Grundirmasse auch noch Salpeter-Aethcr und es-sigsaueres Eisen. Diese Angabe aber halte ich für unrichtig, da durch einen Zusatz vonessigsauern Eisen (Eisen-Tinctur) die Wirkung der Salpetersäure dermaßen gestört oderwenigstens verspätet wird, daß gleich Anfangs bloß ein grünes Kupfer-Oxyd, und hierauf,d. h. nach Verlauf von mehreren Tagen und bey wiederhohltem Anstreichen, ein wahresEisen-Oxyd, jedoch sehr ungleich und von gar keiner Festigkeit zum Vorschein kommt. Die-sem ungeachtet, wird die Angabe des Herrn Dupfcin aller Orten anempfohlen; und son-derbar genug ist es, daß vor Kurzem ein Ehcmiker aus Amerika , indem er das Receptdes Herrn Dup^in anführt, selbes zugleich als seine eigene Entdeckung ausgibt.
Mit Hinweglassung des Salpeter-Aether und des essigsauern Eisens erhalt man ohneweitecs die wahre englische Grundirmasse; selbe hat aber, wie schon gesagt, keine hinläng-liche Haltbarkeit; und man darf nur die englischen braun kackirten Gewehrläufe, wie solcheaus England zu uns gekommen sind, auf die Probe stellen, um sich davon zu überzeugen.
Nachdem es uns nunmehr gelungen ist, auf die wahre und einfachste Art eine halt-bare, schöne und gleichförmige Oxydation des Eisens zu erhalten, bleibt uns noch zu un-tersuchen übrig, ob auch diese Oxydation ein hinlängliches Mittel sey, um das Eisen vorden weitern Angriffen des Rostes zu bewahren.
Kein Eisen-Oxyd — die Oxydation mag auf was immer für eine Art bewirkt wordenseyn — ist im Stande, dem fernern Angriffe des Rostes zu widerstehen, und es ist hin-