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(Yvornaz, Hyborna, Hiborn) geschleudert wurde. Nach derErzählung Scheuchzer’s 32 ) hatte der Berg am 1. März be-gonnen, sich in Bewegung zu setzen, und am 4. März erfolgtedie Katastrophe. Ein Brief von einem Sohne des ReformatorsBullinger, welcher erstere vier Wochen nach dem Ereignissean Ort und Stelle war, erzählt Folgendes: Am 1. März schonspaltete sich ein Felsen, welcher aber noch den 2., 3. und 4.bis Mittag liegen blieb. „Man sah Spalt im Boden, befandeine strenge Bewegung und Zittern” des Grundes, aber dieLeute sind „doch .nichts desto minder nicht gewichen, sondernauf Hoffnung der Gnaden blieben”.. Es sei dann wirklich Cor-bibre auf Yvorne herabgestürzt, 69 Häuser von Steinwerk, 126Scheuern, 5 Mühlen und kleine Gebäude in grosser Zahl, fer-ner 122 namentlich verzeichnete Menschen, nach der Aussageder Überlebenden aber ausserdem 206 fremde „welsche Bauers-leut”, welche in den Weingärten gearbeitet hätten, über 350Stück Rindvieh, 159 Rosse und 181 Schafe u. s. w. verschüt-tet. „Noch mehr und grösser ist zu verwundern der grausameImpetus des Getöss, Donner, Blitz und Krachens, von demdie Überbliebenen erzehlend, das gewesen, auch wie mit einemdicken Rauch des Erdrichs, so hoch im Luft daher gefahren,alles verdunkelt, unsäglich grosse Stein in Lüften von einemBerg zum andern getrieben worden, über ein tieff Tobel, jaso stark, dass etliche Jucharten Acker und Weinräben über-hupfet, denen nichts geschehen, wo es aber antroffen alles zer-mürsst und dermassen zerrissen, dass kein Baum ungeschedigtblieben.” Zu Yvorne brach in den nicht verschütteten, abereingerissenen Häusern Feuer aus „und habend wir noch dreiGruben funden, darinn das Feuer wütete”.
Der Bergbruch soll drei Stunden oberhalb Yvorne begon-nen haben. Sonderbarer Weise wird das, wie es scheint, mitWindeseile geschehene Ereigniss so beschrieben, als habe ein
3 2 ) Scheuchzer: Stoiclieiogr. I. 1716, p. 129, verweist auf Claud. AlberiiTriuncuriani Orat. de Terrae motu; Sim. Goulart: Hist, admir. L. I, p. 486;Haller: Chron. L. 44, c. 2; Hottinger: Hist. Eccles. P. 5, c. 16; Kahn: Eyd-genöss. Gesell.; Stettier: Annal. Bernens. P. 2, L. 2, p. 292; Wagner: Hist.Helv. Nat. p. 45, giebt aber einen „grundtlichen Bericht” nach dem bishernoch nicht gedruckten Briefe D. med. Joh. Rodolf Bullinger, Arzt in Bern ,an den Schultheiss Josua v. Wittenbach in Murten .