Tü
[1584
Windsturm, nicht etwa blos dasselbe als natürliche Folge dersausenden Bewegung begleitet, sondern eigentlich bewirkt. DerBerg wurde zerrissen „und ging aus der Kluft ein so heftigerWind herfür, dass er grosse Steine, Erdschollen, Bäume u. s. w.mit sich wegfürete, auch endlich gar den Hügel, so über sol-cher Kluft war, herabrisse, auf gedachtes Dorf Hiborn warf”u. s. w. 33 ). — Eine andere Beschreibung besagt, dass manzwischen 9 und 10 Uhr Morgens sähe aus einem Zwischen-raum von zwei Felsen bei Corbiere eine erstaunliche MengeErde hervorkommen. Diese Erde fiel gleich einem Wasser-guss und bedeckte in einem Augenblicke die Thäler und dasnahe gelegene Feld. Corbifere ward sogleich bis auf ein Hausdavon bedeckt. Der Besitzer dieses Hauses hörte das Getöse,sagte seiner Frau, das Ende der Welt komme, und fing daraufzu liefen an. Indem ging die Erde als eine ungestüme Wasser-welle über sein Haus weg und that keinen Schaden. Die sichbeständig vermehrende Erde verschüttete dann die Häuser vonYvorne. Diese Erde war mit einem Hagel von Steinen, Blitz,Schwefelgeruch vergesellschaftet und nahm einen Platz von1 Meile Länge und 12 Morgen Landes Breite ein. Das be-deckte Land war. so eben, wie mit dem Pfluge beackert, undman sah gar keine Spuren von Häusern. Das Erdbeben wardabei so heftig, dass bei dem Dorfe Moteru der See zwanzigSchritte austrat, und bei Yilleneuve, an der Spitze des See's,Weinfässer umgestürzt wurden 34 ).
33 ) Seyfart, p. 26, zit.: Gottfried’s Allg. Chron. I, p. 990, giebt aber irrigdas Jabr 1585 an. — Hier möge die Bemerkung Platz finden; dass auch dieJahreszahl 1589,-welche Girard (Geolog. Wanderungen, I. 1855, p. 130, zit.:Furrer’s Geschichte des Wallis ) für einen Bergsturz, welcher Ivorne begrabenhabe, anführt, auf einer Verwechslung beruhen muss. Pater Furrer, in des-sen Geschichte des Wallis dieses Datum allerdings p. 304 angegeben ist,nennt nie seine Quellen und ist in Beziehung auf Naturereignisse, wie esscheint, durchweg sehr unzuverlässig. Bei obiger Jahreszahl erwähnt der-selbe, es habe auch ein Ausbruch des Montmort- (Mattmark-) See’s im Saas-Thale stattgefunden und so grosse Überschwemmung verursacht, dass dasThal gezwungen gewesen sei, Boden anzukaufen, um einen neuen Thalweganzulegen. Über diese ebenfalls unrichtige Angabe vergleiche man im Fol-genden die Jahre 1629 und 1633.
3 - l ) Seyfart, p. 352. 353, zit.: Spon, -I, p. 325. 326. — Nach derselbenQuelle giebt eine kurze Nachricht auch Perrey, p. 275.