75
dem kraterähnliclien Grunde der Levi-Alp (Alpe-di-Veglia)fortsetzt. Dieser wohl an 300 Meter hohe Absturz besteht ausgrauem, schiefrigem Kalksteine, welcher streifenweise inweissen Marmor oder gelben dolomitischen Kalk über-geht und durchzogen ist von Zwischenlagen granatenführendenGlimmerschiefers. Die Lagerung ist, wie die des auf-liegenden Gneu ss es, schwach nordwärts geneigt. Der Zirkus,welcher wohl eine Stunde im Durchmesser hat, ist nur wenig,gegen Südost, geöffnet durch einen Engpass, durch welchender Alpbach , die Cherasca, nach der Fläche von Campohinabstürzt. Diesen Engpass umschliessen, wie die Flächevon Campo selbst, zuckerartige Dolomite und glänzend-weisse Marmor lag er I2 ). Diese Kalk- und Dolomit-Lager sind ebenso, wie die von Dever, unten und obenvon Gneu ss oder granatenführendem Glimmerschieferumschlossen, wechseln mit diesen Gesteinen ab oder sind mitGlimmer und Quarz so übermengt, dass kaum eine Gränzevon Marmor und Gneuss zu erkennen ist. Die Mächtigkeitder ganzen Kalkbildung, wie sie jetzt daliegt, ist nochganz ausserordentlich. Von der Terrasse der oberen Kalk-gränze, an deren Lande man in den tiefen Kessel der V eglia-Alp hinunterblickt, bis in den Thalboden von Campo mussder vertikale Abstand beträchtlich über 1000 Meter betragen.Bei Campo scheinen die Marmor- und Dolomit-Lagerhorizontal zu liegen, und erst beträchtlich weit auswärts trittder tiefere Gneuss hervor. — Der Monte-Cistella, wel-cher die Cherasca von derDevera scheidet, besteht, wennnicht ausschliesslich, so doch grösstentheils aus Marmor undDolomit, und der Pass von Valtener, der von Veglianach Bondaler führt, ist von wohl 300 Meter hohen Fels-wänden dieser Gesteine begränzt, die hier wiederholt mitGlimmerschiefer und Gneuss abwechseln 13 ). — VonCampo aus westwärts wird die Lagerung fast noch flacher.Dolomit und Kalk verlieren sich in dieser Richtung mehrund mehr; auf der Höhe über dem Isella-Thale in Val-
,J ) Studer: Geologie, I, p. 223. 224. 225. — Desor: Agassiz’s Alpenreisen,deutsch von Vogt, p. 568. 569. 572. 573.
,3 1 Studer a. a. O. p. 389.
"r* a tr y