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2 (1857) Die Geologie von Wallis / von G. H. Otto Vogler
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280
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Tliale bis zu den Höhen des Pi e m o n t esi s cli eil G c bi rg s-walles ruhen in einer Mulde, deren Unterlage ans Gvp s besteht,und während diese Gypsinassen im Grunde oder an der linkenThalwand desRhodan-Thales zu Tage treten und ebenso amPiemonte sischen Gränzwalle, wo sie freilich meisten-theils durch dasewige Eis der Gletscher verborgen sind,stellenweise zum Vorscheine kommen, liegen sie in der Mitteder Mulde eine, vielleicht zwei Meilen tief unter demGrunde der tiefsten Tliäler, während sich die höchsten Gipfelnoch fast eine halbe Meile über diesen Thalgründen erheben.

Die gypshaltigen Thermen, wie der Roth bacli zuSaas-im-Grund, die Quellen des Brieger-Bades, die Quellenvon L e u k und andere bekannte und vielleicht noch unbe-kannte, beziehen ihren Gypsgehalt aus jenen Gypslagen, inderen Mulde das ganze innere Walliser Gebirge ruht. GenaueUntersuchungen der Wasser dieser Quellen und ihrer Ausgie-bigkeit sind leider nicht vorhanden. Nur von einer Quelle, derLorenz-Quelle zu Leuker-Bad , der reichsten zwar un-ter den Quellen des Dala-Thaies, mit welcher aber mindestenszwanzig andere schwächere gemeinsam an Wasserspende wett-eifern, liegen sorgfältigere Untersuchungen vor. Diese Quelleliefert in jeder Sekunde 29 Pfund Wasser und fördert im Laufeeines Jahres nicht weniger als acht Millionen PfundGyps aus der Tiefe, eine Masse, welche, als di ch t er Gy ps-fels berechnet, etwa 60000 K uh ikfuss beträgt. Eine solcheLieferung verlangt eine Abtragung an den Gypsschichten imInnern der Mulde, in Folge deren eine Schicht von einerQuadratmeile Fläche um | Linie dünner werden würde. Dieseeine Hauptquelle des Leuker-Bades würde also im Laufeeines Jahrhunderts eine Quadratmeile des Walliser Gebirgesmit einem Hohlraume unternagen, welcher Fuss Höhe habenwürde. Man schätzt aus diesen Berechnungen leicht wenig-stens so viel, dass die Gesammtwirkung aller Thermalzüge,welche aus der Walliser -Mulde ihr Wasser beziehen, einesehr wichtige sein muss!

Es ergiebt sich also, dass Wallis und ganz besonders dieGebirgsmulde von Mittelwallis allerdings r ei ch ist an Ver-hältnissen, deren u n aus wei chlich e F ol ge B ew egungenund Erschütterungen des Erdbodens sein müssen.