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Unterricht für die Officiers, die sich zu Feld-Ingenieurs bilden, oder doch den Feldzügen mit Nutzen beywohnen wollen, durch Beyspiele aus dem letzten Kriege erläutert, und mit nöthigen Plans versehen / von Johann Gottlieb Tielke
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Eine Festung zu recognosciren.

6ouverneurs, * welches in Paris 1656. heraus ge-kommen, wird eine besondere Art, die Festungen zu re-cognosciren, gelehrt, welche ich hier mit einrücken will:

Um bey Nachtzeit eine Festung zu recognosciren,muß man weder eine zu helle, noch zu finstere Nacht,erwählen. In jener dergleichen bey sehr klarem Wet-ter, oder wenn Vollmond ist, kann man zu leicht ge-sehen werden, und in letzterer, wie es ist, wenn es reg-net, oder starker Nebel fällt, läßt sich nichts entdecken.Wenn man sich dem Platz auf eine Viertel-Meile ge-nähert hat, so bleibet der Trupp an einem schicklichenOrte halten. Denn zu solchen Stunden darf maneben nicht einen Wald aussuchen. Man setzet sogleichPosten aus, und nähert sich mit rs. bist zo. Reiterndem Orte, aber nicht so viel, daß man sie daselbst mar-schiren hören könne. Der, welcher die Untersuchunganstellen soll, steigt mit noch einem, oder höchstenszween, vom Pferde. Er läßt alles weiße und blenden-de von der Kleidung, ingleichen die Sporn, welchesihn hindern oder entdecken kann, zurück. Küraß, oderandere Schutzwaffen mitzunehmen, verursachet, wennman in den Graben steigen will, Hindernisse. Er läßtsie dahero bey dem Pferde, und nimmt nur einen De-gen und Pistol mit.

Auf diese Weise nähert er sich dem bedeckten Wege,so viel möglich, höret eine Rounde gehen, um die Po-sten daraus zu beurtheilen, damit er sich gegen die Stel-len, welche solchen gerade über sind, besser verdecke,

B z oder

* Es ist solches von dem berühmten Ingenieur Werdmül-ler, unter dem Tittel Commendamen-Spiegel, über-setzt, und mit lehrreichen Anmerkungen vermehret wor-den. Im 2ten Versuche der Kriegs-Bibliothek findetman das, was ich hier abgeschrieben, gleichfalls ein-gerückt.