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einem Abmarsch nach Torgau passirt werden mußte. DerFeind griff nicht weiter an und es gab daher für unsere Waffeweiter keine Gelegenheit, wirksam zu sein.
Bei der Stellung des Hülsenschen Corps bei Torgau wurden die Jäger, welche in Zinna lagen, bei einem Angriffdes Feindes am 24. September durch eine heftige Kanonadegenöthigt, ihre Quartiere zu verlassen und sich in das Lagerzurückzuziehen.
30 Jäger standen nebst 100 Mann Infanterie am En-tenfang. Auch diese wurden anfangs durch feindliche Ueber-macht genöthigt ihren Posten zu verlassen. Nach einer er-haltenen Verstärkung eines Infanterie-Bataillons zog sich derFeind zurück und der Posten wurde wieder besetzt.
Am 2. Oktober im Lager bei Wittenberg , standen die-sager mit allen leichten Truppen unter dem Oberst v. Kleist,der einen Angriff der feindlichen Avantgarde mit glücklichemErfolge zurückschlug.
Vom 9. Oktober d. I. nun haben wir leider das un-günstigste Ereigniß zu erzählen, was unsere Waffe im Laufealler Feldzüge, ganz auf heimathlichem Boden, betraf.
Das Hülsensche Corps, aus Sachsen vertrieben, warnach Berlin geeilt, um dasselbe in Vereinigung mit dem Her-zog von Würtemberg gegen den Angriff der vereinigtenNüssen und Oestreicher unter Czernitschef, Tottlebenund Lascy, zu schützen. Bei der großen feindlichen Ueber-rnacht scheiterte dies Unternehmen, und beide Anführer wa-ren genöthigt, die Residenz den feindlichen Truppen, welchensie in Folge einer Kapitulation übergeben wurde, zu überlas-sen. Das Hülsensche Corps zog sich, den Truppen desHerzogs v. Würtemberg folgend, auf dem rechten Spree-ufer nach Spandau zurück. Die Jäger, das Frei-BataillonWunsch und 100 Husaren und Dragoner hatten die Ar-riere-Garde. Diese hielt sich zu lange in der Stadt auf,um noch einige Wagen der nach Spandau flüchtenden Ein-wohner zu decken; sie wurde auf ihrem Rückzüge von derfeindlichen Avant-Garde (größtenteils Kosaken ) ereilt undmußte deren Angriffen erliegen. Die Ungeschicklichkeit de§