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Landwehr-Bataillon, erhielt der von seinen Wunden wiederhergestellte Oberstlieutenant von Klüx.
Obgleich diese Truppen sehr fatiguirt waren, so gingendieselben, auf erhaltenen Befehl, Nachmittags 4 Uhr nochgegen Nheinbölln vor, woselbst sie um 10 Uhr ankamen undden mit 2 Kanonen und 200 Mann Infanterie besetztenOrt augenblicklich angriffen. Der Feind wurde so schnell ver-trieben, daß er mit seinem Geschütz gar nicht zum Schießenkommen und solches kaum retten konnte. Die Jäger warenihm auf der Flucht immer ganz nahe, aber zu erschöpft, , umdie Kanonen selbst, deren Wischer sie abrissen, ihm abnehmenzu können. Unser Verlust war im Ganzen geringe. Die Jä-ger hatten zwei Blessirte. Der Feind verlor viel mehr anTodten und Verwundeten und 57 Gefangene.
Die 3. Jager-Kompagnie war von Aßmannshausen bisgegen Lorch den Rhein abwärts, an den schmalsten Stellendesselben und auf den kleinen Felsen im Rhein aufgestelltworden, um die am jenseitigen Ufer von Bingen nach Ba charach führende Straße zu beschießen. Als sich Nachmittagseine feindliche Infanterie-Kolonne, etwas Kavallerie an derSpitze, aus dieser Straße zeigte, empfingen sie die Jägermit einem lebhaften und so wirksamen Feuer, daß sie, ein-geengt zwischen steilen Höhen und dem Flusse, die Felswändezu erklimmen suchte, während die Kavallerie im vollen Laufedavon jagte. Bei der Unmöglichkeit, die Höhen zu ersteigen,blieb der Feind noch länger dem Büchsenfeuer ausgesetzt, wo-durch er sehr bedeutend verlor. Er suchte sich nun verein-zelt dem Feuer möglichst zu entziehen und so zu entkommen.
Am Abend erhielt diese Kompagnie den Befehl, derAvant-Garde zu folgen. Sie konnte aber, da die Brückenoch nicht fertig war, nicht sogleich übergehen und trafdaher erst am 2. gegen Mittag in Nheinbölln ein, wo siesich wieder mit der 1. Kompagnie bei der Avant-Gardevereinigte.
Nachdem nun das Gros der Avant-Garde gefolgt unddas ganze Armee-Corps übergegangen war, wurde der Vor-trab zum weiter» Vorrücken in Bewegung gesetzt.