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und die Sprachkunst.
ist gleichfalls eine Ursache, daß unsre Sprache bey Auslän-dern nicht sonderlich beliebt wird: und sie müssen allerdingsdenken, daß unsre Sprache noch nicht recht bearbeitet ist,weil wir selbst nicht wissen, was wir fest setzen sollen. Die-se Verschiedenheit in den Regeln hänget einigermassen vonunserm Regierungszustande ab; und bey so vielen freyenStaaten ist kein anderes Mittel, etwas durchgängig einzufüh-ren, als der allgemeine Beyfall. Dazu haben aber un-sere Großen und die Canzeleyen noch nicht Aufmerksamkeitgenug auf die Richtigkeit der Sprache; und die Zeit ist nochzu kurz, in welcher wir daran arbeiten, sie zu ihrer Vollkom-menheit zu bringen. Dahingegen es in einem Lande, woalles von dem Willen eines einzigen abhänget, gar leicht da-hin gebracht werden kann, daß jedermann sich der Entschei-dung einer unter des Monarchen Schutz stehenden Akademieunterwirft: und ihre Regeln mögen eben allzu gegründetseyn oder nicht; so wird doch dadurch die Einförmigkeit er-halten , weil diejenigen, die bessere Gründe vor sich haben,sich nicht einfallen lassen dürfen, eigensinnig darauf zu beste-hen, wenn sie an der Gunst des Hofes Theil haben wollen. Esist so bald noch nicht zu hoffen, daß wir Deutschen in unsrerRechtschreibung und Sprachregeln einförmig werden dürf-ten. Diese Verschiedenheit wird täglich größer, und es ste-hen in unsern Tagen immer mehr neue Sonderlinge auf,die nach ihren Grillen eine Reformation in der Rechtschrei-bung , in Abschaffung und Vermehrung dieser und jenerBuchstaben, ja in der Art der Buchstabe» überhaupt vor-nehmen wollen. Das beste dabey ist, daß es gemeiniglichschlechte Helden sind, die dergleichen Mücken fangen, undder Beyfall, den sie erlangen, ist also nicht von so großemUmfange, daß er der Sprache selbst zum Nachtheile odergegründeten Vorwürfe gereichen könnte. Unterdessen sinddergleichen Streitigkeiten in den Sprachregeln nicht ganz oh-ne Nutzen. Sie geben zu genauerer Untersuchung derSprache Anlaß; und vielleicht wird endlich mitten unter die-sen Zwistigkeiten unsrer Sprachhelden die Vollkommenheit
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