72 Erster Theil , zweytes Hauptstück,
brandenhurgische Erklärung von Ihrer Königs. Maj. in Poh-len Chursächs. hochansehnlichcr Gesandschaft also im Churfl.Protocoll am obbesagten 26 Jan. acceptirek worden. Es wirddemnach dieses alles in gewöhnlicher Reichsfertigung zu bey-derseits höchster' Herren Interessenten Versicherung hiermitattestiret: und dessen zu Urkund von dem ChurmaynzischenReichsdirectorio gegenwärtiges Attestat auf Begehren, wiees in dem Reichöprotocoll, auch in dem heutigen Dato zu fin-den, unter dem dermalen gebräuchlichen Mchsdirectorial,Jnsicgcl ertheilet und ausgefolget.
Mich beucht, daß diese Schrift auf solche Art viel bes-ser, deutlicher lind verständlicher ausfällt, zu geschweigen,wenn man die Schreibart selbst hätte ändern wollen.
§. 2z.
Es scheinet zwar Cicero selbst an langen Perioden einenGefallen zu finden; indem er nicht nur öfters in seinenSchriften ziemlich lange Perioden anwendet, sondern auchin seinen Büchern von der Redekunst zu einem Perioden vierXlembra oder Abtheilungen erfordert; und Quintilian leh.ret, daß ein Periode wenigstens aus drey Abtheilungen be-stehen müsse. Allein meines Erachtens dienet dieses denenungeheuren Canzleyperioden zu keiner Entschuldigung. Dielängsten Perioden des Cicero machen vielleicht kaum densechsten Theil von dem Chaos der Canzleyperioden aus; undwenn die Alten von drey oder vier Abtheilungen in einemPerioden reden; so ist es hingegen gewiß, daß sie nur dieabgetheilten und zusammengesetzten Perioden mit dem Na-men der Perioden beleget, und die einfachen unter diesen Be-nennungen gar nicht begriffen haben, Deshalb aber habensie den Gebrauch der letztem, wie unsre CanzelAn thun, garnicht ausgeschlossen, welches sowohl ihre Regeln als das Bey,spiel in ihren Schriften genugsam bezeugen.
H. 24.
So verwerflich es ist, eitel lange Perioden in den Schrif-ten anzuwenden, eben so tadelnswürdig ist eö, nichts als kur.ze Perioden zu gebrauchen. Unter denen Alten hat man den
Sene.