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Johann Heinrich Gottlobs von Justi ... Anweisung zu einer guten deutschen Schreibart und allen in den Geschäfften und Rechtssachen vorfallenden schriftlichen Ausarbeitungen ...
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Erster Theil, viertes Hauptstück,

wird er ordentliche und maßigö Ausdrücke anwenden; unhbey geringen Dingen wird er niedrig und gemein reden. Ue-berall aber wird er die Sache unter solchen Ausdrücken vor-zustellen wissen, von welchen sich der vernünftige Leser m'cht-wnndern kann, wie sie an diesen Ort gerathen sind.

H. IO.

Die andre Beschaffenheit, welche zu dem Natürlichen in derSchreibart erfordert wird, ist, daß man solche Ausdrücke er-wählet, welche mit dem Endzwecke, den wir uns bey Versas.sung der Schrift vorgesetzet haben, übereinstimmen. Bey ei-- nem jeden schriftlichen Aufsatz haben wir nämlich die Absicht,nach Maaßgebung der Gelegenheit, die uns dazu veranlasset,oder der Wirkung, die wir dadurch hervorbringen wollen, daßwir entweder witzig, oder beweglich, oder nur auf ordentlicheund gewöhnliche Art schreiben wollen. Diesen Endzweck müs-sen wir also vor Augen haben, und die Ausdrücke demselben gesmäß zu wählen wissen. Denn sobald wir davon abweichen, undz.E. eine Schrift, die'nur eine ordentliche Schreibart erfordert,mit witzigen und erhabnen oder pathetischen Ausdrücken erfül-len ; so verfallen wir in das Unnatürliche. Zur Folge dieserBeschaffenheit müssen wir auch die Ausdrücke aus unsern ei-genem Gedächtnisse nehmen, nicht aber hier und dort bey be-rühmten Schriftstellern zusammenstöppeln, oder denenselbensklavisch nachzuahmen suchen. Denn solche erplünderte Re-denö-und Gedenkungsarten können unmöglich mit unsermvorhabenden Endzweck übereinstimmen; und die Schreibartmuß mithin nothwendig unnatürlich werden. Man muß ausfeinen eignen Begriffen schreiben und selbst denken lernen, sonstwird man es in der Schreibart niemals hoch bringen. Eben die-ser Fehler des Unnatürlichen entstehet auch, wenn man sich, wi-der seine Fähigkeiten und Absichten, zwingen will, besonders ge-lehrt oder galant zu schreiben; oder wenn man seine Belesenheitdurch Anführung andrer Schriftsteller in allen Zeilen zu zeigensuchet (ss). S. n.

M Es ist in der That höchst unnatürlich, wenn man alle Au-genblicke und bey denen unstreitigsten Wahrheiten, die man

selbst