izQ Erster Theil, viertes Hauptstück,
§. Z8-
Wir gehen nunmehr» zu denen besondern Arten der or«deutlichen Schreibart, die wir oben schon festgesetzet haben:und zwar müssen wir zuförderst die erzehlende, oder histo-rische Schreibart', erwägen. Da in denen Erzehlungeneine Menge Umstände und auf einander folgende Begeben,heiren vorkommen; so kommt es bey dieser Schreibart haupt-sächlich darauf an, daß man dieselben geschickt, flieffend undnatürlich mir einander zu verbinden weiß ("). Gemeinig-lich-kann man sich die Ordnung der ZeiH zum Leitfaden die-nen lassen: es sey denn, daß eine spätere Begebenheit, we-gen besserer Verständlichkeit der vorhergehenden, vorausge-setzet werden müßte. Die wichtigsten Begebenheiten undUmstände geben die Hauptsätze an die Hand, die übrigenaber die Nebensätze, die man am meisten in einfache undzusammengesetzte Perioden einkleidet, am seltensten aber inabgetheilte, als welche der historischen Schreibart nicht sehrgemäß sind Es hat aber diese Schreibart nicht allein beywirklichen Geschichtsbeschreibungen statt; sondern auch beyallen schriftlichen Aufsahen, wenigstens in demjenigen Theil,worinnen man die Sache, warum es zu thun ist, vortrügetund «rzehlet. UebrigenS kann auch die historische Schreib,art hin und wieder mit witzigen und edlen Gedanken vermi-schet und gleichsam damit auögezieret werden. Dieses istes, was die alten Geschichtschreiber der Griechen und Rö-mer vorzüglich macht, und warum wir auch einige neuerehoch schätzen (°).
§- ry.
(n) Hierinnen kann des erlauchten Herrn Grafen von BünauReichsbistorie zu einem vortreflichen Beyspiele dienen.Auch sind des Herrn Mascovs und Schmausens deutschehistorische Schriften in einer geschickten und fließendenSchreibart verfertiget, anderer zu geschweigcn.
(o) Die Geschichtschreiber der Alten pflegten die zu erzehlen-den Begebenheiten mit großer Einsicht und Vernunft zubeurtbeilen, wobey sie hin und wieder witzige und edleGedanken anwendeten. Es hat sich in neuern Zeiten nie-mand