von denen Briefen. r6§
ii.
Schreiben an einen Minister, in welchem man sichabwesend zu dessen Andenken empfiehler und Berichtvon seinen Reisen erstattet.
Hochgcbohrner Reichs - Graf,H-chgebierender Herr Geheimdcr LonferenzsMinister,
Gnädiger Herr!
s Veranlassung.^ Ew. Hoch - Rcichsgräfl. Excellenzgnädige Erlaubniß, mich Zeit meiner Abwesenheit schriftlichzu Dero gnädigen Andenken empfehlen zu dürfen, und meineehrerbietige Dankbegierde vor so viele von Ew. Hoch-Reichs-Geäst. Excell. genossene Gnadenbezeugungen, erinnern michzu gleichen Theilen, keinen längern Anstand zu nehmen, Dero-selben durch gegenwärtige unterkhänige Zeilen meinen gehör-samsten Respect zu bezeugen.
s Vortragt Es sind ohngefahr 4 Wochen, daß ich hierin Holland angekommen bin: und nachdem ich die Ehre ge-habt habe, dem Durchlauchtigsten-Statthalter vorgestelletzu werden; so habe ich mich nicht gesäumt, mich auf einigeWochen nach Amsterdam zu begeben,. um mich von demZustande des hiesigen Kaufhandels näher zu unterrichten.Ich bin recht erstaunt über die Menge der aus. und ein-gehenden Waaren, und wie fast alle Einwohner mit ver-einigten Händen arbeiten, den Zustand der Handlung immerblühender zu machen. Jtzo bin ich bemühet, mir die Be-kanntschast eines vernünftigen und in dem Wesen derCom-mcrcien erfahrnen Mannes zu verschossen, um mir die be-hörige Kenntniß von den Triebfedern und Ursachen diesesblühenden Kaufhandels zu erwerben, damit ich eine aber.malige vorhabende Reise nach Amsterdam und in die vor-nehmsten Handelsplätze mit desto größerm Nutzen vornehmenkönne. Eben so werde ich mir' angelegen fern lassen, durchUmgang mit vernünftigen und in Geschäften befindliche»
L z Per.