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Johann Heinrich Gottlobs von Justi ... Anweisung zu einer guten deutschen Schreibart und allen in den Geschäfften und Rechtssachen vorfallenden schriftlichen Ausarbeitungen ...
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von denen Briefen. 185

schuft. Alles dieses leidet seine Verschiedenheit in Ansehungdes Standes, von welchem der Verfasser des Briefes ist,und geringe Personen pflegen viel Höhere Titulaturen zugebrauchen als Leute, die selbst von Geburt sind, oder in an-sehnlichen Bedienungen stehen. Ich will eine Tabelle vondenen gebrauchtsten Titulaturen mittheilen, so wie sie einjunger Mensch Grast. oder Freyherrl. Standes, der noch ohneBedienung ist, zu gebrauchen hat (i).

H. 12.

In Ansehung des weiblichen Geschlechts hat man auf dieWürden ihrer Ehemänner und auf ihre Geburt zu sehen:und zwar bekommen sie in der Anrede und Content eben den

Titel,

(I) Ich habe die folgende Tabelle zum Gebrauch meiner Zu-hörer entworfen: und es war also billig, daß ich sse nachihrem Stande und Beschaffenheit einrichtete. Ueberhauptmuß man wissen, daß in den österreichischen. Staaten dieTitulaturen, besonders in Ansehung der Anreden, noch nichtso hoch gestiegen sind, als in andern, besonders den protestan-tischen Landern. Ein Edelmann oder Ritter von einem altenHaust, wenn er in keinen vornehmen Bedienungen stehet, be-kommt von seines Gleichen nicht mehr, als Ew.Wohlcdetgeb.und eben dieses giebt man einem Rache, einem Professor bür-gerlichen Standes; wie es denn daselbst mehr auf die Be-dienung, als auf die Geburt oder den Adel ankommt, der da-selbst sehr gemein ist. Man kann also bey dieser Tabelle über-haupt anmerken, daß man in protestantischen Landern alle-mal eine höhere Anrede, und zwar in Ansehung des Adels undansehnlicher bürgerlicherWürden, allemaldie vorhergehendeAnrede nehmen muß, wenn man schon an seincs-Gleiche» zuschreiben hat. Geringere aber werden nichtübcl thun, wennsie dieAnrcde ein paar Grad höher nehmen. Denn in derThat kommt es bey diesen Anreden hauptsächlich auf denStand desjenigen an, welcher schreibet: und da die Titula-turen immer höher steigen, und viele Leute auf dergleichenKleinigkeiten ein großes Augenmerk richten; so muß einGeringerer, wen» er an einen Höher» schreibt, in diesenDingen niemals allzu bedenklich und eigensinnig seyn, weiler sonst seine ganze Sache dadurch verderben kann.

M 5

Tabelle