von den Memorialen der Gesandten. 2ZI
der Ruhe und der Billigkeit zuwider laufenden Vorhabens:welche stets die Richtschnur ihrer Handlungen gewesen sind.Die Gerechtigkeit ihrer Sache ist ganz Europa bekannt, undsie kann in den harten Umständen, worein sie unglücklicherWeise gestürzet ist, nicht genug bedauret werden.
Wofern überhaupt alle grosse Potentaten von dem Schick-sale dieser Durch!, und unglücklichen Republik gerührct wer.den muffen; wie sehr wird es nicht auch eine Potenz seyn, wel-che nach eben den Bewegungkursachen und unwandelbarenGrundsätzen verfahret, nämlich eine andre Republik. Ew.Hochmogenden begreifen nur allzu wohl, wie viel ihren Staa-ten an Erhaltung dieses alten Zufluchtsorts für die Freyheitder Commercicn im mittelandischen Meer gelegen sey. Dasunmittelbare Interesse eines großen und ansehnlichen Theilsihrer Unterthanen spricht für sie. Die Drangsale, welche siebeschweren, würden, wofern man ihnen nickt schleunigen Rathverschaffet, bey den unglücklichen Zufällen des Krieges, zu ei-nem kläglichen Exempel Anlaß geben: Ja, es würde die Un-terdrückung, und das Verderben unsrer Republik in demheilsamen Werke der allgemeinen Friedensstiftung neue Hin-dernisse machen; indem das Gleichgewicht von Europa all»,zu sehr erfordert, daß sie wiederum in ihre Rechte, und inihr Ansehen gesetzet werde.
Ew. Höckmögenden sind viel zu weise und zu gerecht, alsdaß sie nicht alle traurige Folgen einsehen sollten, die aus soeinem widrigen Zufall entspringen, und daß sie nicht abschla-gen werden, denselbigen Rath zu schaffen. In dieser Zuver-sicht, Hochmögende Herren, verspricht sich meine Republik,sie werden belieben, Dero billige Sorgfalt und gute Diensteanzuwenden, um so viel als möglich, ihr hartes Schicksal zulindern, in Betrachtung der Hochachtung, welche sie allemalfür Dero Republik getragen, und der Wünsche, welche sie fürDero Wohlergehen thut. Haag den 27 September 1746.
ViUavechia.
IV.