W A S S K B UND W & R M E.
Joi
zen war ; wogegen das zerriebene Glas im andern Scherben allerdings zusam-mengeflossen war. Die Erde hatte zwar etwas am Gewicht verloren, war aberübrigens dem Ansehn nach gar nicht verändert. Im stärkern und länger anhal-tenden Schmelzfeuer waren hingegen 4 Grane dieser Erde in einem bedecktenund vermachten Tiegel zusammengesintert, aber nicht als Glas, sondern viel-mehr zu einer gelblicht-graulichten Schlacke,
Ferner nahm er 10 Gran dieser weifsen und leichten Erde, übergofs sie miteiner guten Quantität des „ Acidi nitrosi“ , 1) womit sie stark aufbrausetc undwodurch ein grofser Theil aufgelöfst wurde. Er sonderte das Aufgelöfsle ab,gofs auf den Rückstand abermals von der Säure und digerirtc das Gemenge.Nach dem Filtriren , genauem Aussüfsen mit reinem deslillirten Wasser und sorg-fältigem Trocknen war das Gewicht der Erde auf die Hälfte rcducirt. Der Rück-stand brausete gar nicht mehr mit Säuren aut', war noch glänzend und leicht.Er setzte ihn in einem wohl verklebten Schmelztiegel ins heftigste Schmelzfeuerviele Stunden hindurch •, aber nach dem Erkalten fand er nicht die geringsteVeränderung. Die filtrirte Auflösung theilte er in zwei Xheiie. Einen vermischteer mit dem „ Acido vitriolico u und erhielt dadurch ein wirklich selcnitischesPräcipitat. Die andere Hälfte vermischte er mit einer „Solutione Salis Tar-tari a ;2') es entstand ein weifslichtes etwas ins Röthlichc fällendes Präcipitat,welches sich nach geschehenem Aussüfsen und Austrockuen in allen Stückenals eine wahre calcinirte Erde zeigte. Von der iin Eiltro zurückgebliebenen inSäuren nicht auflöslichen Erde vermengte er zwei Theile mit einem Tlieile desreinsten „ Salis Tartari“ , that alles in einen Tiegel, bedeckte denselben miteinem andern Tiegel und verklebte alles gut, setzte den Tiegel darauf in star-kes Schmelzfeuer, und fand nach dem Erkalten und Zerbrechen des Tiegels dieErde in ein klares Glas verwandelt. (Mar g g r af in s. cliym. Schriften, B. I,S. 310 ff.)
Auch Edmund Dickinson fand nach hundertmal wiederholtem Destillircndes Wassers beständig Erde im Rückstände.
Beinahe zu eben der Zeit, als Borrichius seine Versuche ift Dännemarkanstellte, beschäftigte sieh Boyle mit denselben in England; er bemerkte,dafs das Wässer bei jeder Uebertreibung allemal eine merkliche Menge Erdenachläfst; er versichert, dafs die Uebertreibung bis an zweihundert Mal wieder-holt sei, und eine Unze Wasser nach dieser in einem gläsernen Destillirgerätheangestellteh langweiligen Verrichtung 6 Quentchen einer weifsen leichten un-
1} Damals, als Marggraf schrieb, war hierunter die gewöhnliche Salpetersäure zu ve.stehn,3) Auflösung des aus dem Weinstein erhaltenen, und durch Auflösen im Wasser und Filtrirengereinigten, Kali im Wasser.