Wasser und Galvanismus. 44*
In den Versuchen, die Hauch über die Wirkung des Galvanismus aufWasser anstellte, in welchen er vollkommen reines Wasserstoffgas und Sauer-stoffgas erhielt, war das Verhältnifs zwischen den Gasarten, dem Volumennach, gewöhnlich wie 3 zu 1. Zu den Versuchen bediente er sich Batterieuvon achtzig Platten Silber und Zink von der Gröfse eines Speciesthalers undebenfalls solcher, ' die aus achtzig bis hundert Paar Platten eben dieserMetalle bestanden , die so grofs wie Reichsorte (12 Lübschillingstücke)waren. Zwischen die Platten legte er mit Kochsalzauflösung angefeuchteteTuehscheiben. Er wandte stets destillirtes Wasser an, und die Nadeln in denGlasröhren waren entweder aus feinem Golde oder aus Platina; gewöhnlichhielt die Gasentwickelung aus dem Wasser von 4S bis 54 Stunden an, und ein-mal war die Batterie noch nach Verlauf von 75 Stunden wirksam, wiewohl nurschwach. ( Sc/iercr’s allg. Journ. der Chem. B. IX, S. 225.)
In der Mitte des Januars 1S03 stellte Basse in Hameln verschiedene Ver-suche über die Leitung des Galvanismus durch Seen und Flüsse an. Alle ste-henden Wasser und Flüsse waren daselbst mit starkem Eise belegt. Zu denersten Versuchen wählte er den dasigen Stadtgraben, worin das Wasser faststillstehend ist, zu den übrigen den Weserstrom. Er begab sich mit einer Vol-taischen Säule aus TO zweizölligen Metallplatten - Paaren von Kupfer und Zink,und mit allem Apparate, den er brauchte, auf den Stadtgraben, öffnete dasW asser an zwei verschiedenen Stellen, die 500 Fufs von einander entfernt wa-ren, stellte die Voltaische Säule neben die eine Ocffnung im Eise, und liefs denDraht vom Minuspole derselben einen Fufs tief unter das Eis hinabgehn. Dar-auf befestigte er an dem Pluspole einen Eisendraht, der 500 Fufs lang war,und bis an die zweite Oeffnung im Eise reichte. Um ihn isolirt zu erhalten,und zu verhindern, dafs er sich bei seiner Länge nicht auf das Eis hinabsenkte,hatte er hin und wieder ein Loch in das Eis gemacht und tannene Stangen hin-eingesteckt, an welchen er den Draht in sechs Fufs Höhe festband. Er stelltesich nun auf ein Isolatorium mit Glasfüfsen , nahm die Endspitze des Pluspol-drahts in den Mund, und berührte mit der Hand das Wasser des Stadtgrabens,worauf er augenblicklich Erschütterungen in der Zunge und in den Fingerspitzen,einen sauren metallischen Geschmack, und Blitze vor beiden Augen verspürte.Er befestigte darauf den Pluspoldraht an einem kleinen Glasstäbchen so, dafsdie Endspitze des Drahts einen Zoll lang frei war, setzte dann eine leere,trockene zinnerne Schale unmittelbar auf das Wasser in der zweiten Oeffnungdes Eises, legte einige ausgebrannte Kohlen darin und berührte diese, indemer den Glasstab in die Hand nahm, mit der .Endspitze des Pluspoldrahts. Eszeigten sieh bei jedesmaliger Berührung kleine aber sehr sichtbare Funken,Das Nentliehe geschah auch, wenn er an die Spitze des Pluspoldrahts ein Gold-
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