Atmosphärische Luft und Licht.
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messingenen Prisma, daran zwei Seiten Ruthen hatten, ebene Gläser einzuneh-men •, die dritte Seite hatte eine Röhre und einen Hahn, um mittelst desselben dieLuft verdünnen und verdichten zu können. Das Prisma hatte auch einenOuecksilberzeiger die Dichte der darin enthaltenen Luft dadurch zu erkennen,und liefs sich um seine Achse drehen, wodurch denn die Brechungen auf bei-den Seiten gleich gemacht werden konnten. Der brechende Winkel war64 Grad. Es war an einem 10 Fufs langen Fernrohre befestigt, das im Brenn-punkte ein feines Haar hatte.
Man wählte zum Versuche nun einen pafslichen deutlichen , aufrechten Ge-genstand, 2588 Fufs entfernt, den 15 Jun. 1708 des Morgens, da das Barometerauf 29 Zoll 71 Linie, und das Thermometer auf 60 Fahr, stand. Das Prisma wardjetzt evaeuirt und an das Teleskop gebracht, worauf das horizontale Haar ein Zei-chen an dem aufgerichteten Gegenstände bedeckte, welches man durch den leerenRaum sehr deutlich sah. Beide Glasplatten waren gegen die Gesichtsstrahlen gleich-viel geneigt. Nun liefs man Luft hinein. Das Zeichen schien sich nach undnach, so wie die Luft eindrang, über das Haar zu erheben, und endlich fandman, dafs das Haar ein anderes Zeichen, 101 Zoll unter dem vorigen bedeckte.Dieses wiederholte man mehrmals immer mit demselben Erfolge. Hieraufbrachte man die Compressionsmaschine an’s Prisma , und pumpte eine zweiteLuflquautität hinein, so dafs die Barometerprobe die Dichte der innern Luftnoch ein Mal so grofs als der äufsern angab , brachte es wieder ans Fernrohrund liefs die Luft hinaus, worauf das Zeichen, welches vorher sich zu erhe-ben schien , sich jetzt allmäldig senkte , bis endlich das Haar ein Zeichen10 * Zoll höher als anfangs bedeckte. Auch dieses traf jedes Mal gleichmäfsigein. Mau pumpte noch eine Atmosphäre hinein, so dafs die Dichtigkeit derinnern Luft drei Mal so grofs als die der äufsern war. Als man die verdich-tete Luft hinausüefs, senkte sich das Zeichen last 21 Zoll unter das Haar.
Nun giebt die Länge von 101 Zoll für einen Halbmesser 25S8 Fufs einenWinkel von 68 Sec. und da der Einfallswinkel des Gesichtsstrahls 32° ist (weilder Winkel der Glasplatten 64° war); so folgt aus den bekannten Gesetzen derBrechung die Proportion : wie sich verhält der Sinus von 32° zu dem von 31 a59 1 26" (welcher Winkel um 34", der Hälfte von 69 Sec., kleiner als 32° ist),so verhält sich jeder andere Einfallssinus, und so verhält sich 1000000 zu 999763.Dieses ist das Brechungsverhältnifs aus der verdichteten Luft in die gewöhnliche.Es erhellet aus diesen Versuchen dafs die brechende Kraft der Luftihrer Dichte proportional ist. Da nun die Dichte der Athmosphäresich wie ihre Schwere und umgekehrt wie ihre Wärme verhält, so kann mandas Verhältnifs der Dichte zu jeder gegebenen Zeit aus der Vergleichung derBarometer und Thermometerhöhcn, und daraus die Gröfse der Brechung der