Atmosphärische Luft u n n E.liktricit.st,
235
Rades in der oben angezeigten Maschine bewegte, so konnte man die Gestaltder Hand, an der sich die Kugel rieb , an der innern Oberfläche des Siegel-lacks ganz genau wahrnehmen, und zwar so deutlich, dafs es schien, als obnur das blofse Glas ohne einen Zeberzug dazwischen wäre. Sah man geradeauf die Kugel, so konnte man die Abbildung der Hand nicht wahrnehmen,sondern man rnufste an den nicht mit Siegellack bedeckten Polen in die Kugelhineinsehen. Sobald aber ein wenig Luft hineingelassen wurde, so verlor sichdas Licht an Orten, die mit Siegellack überzogen waren, und war nun nur anden Orten , wo das Glas unbedeckt war, zu sehen. 1) Als er eine luftleereKugel mitten innerhalb den Ausflüssen einer durch das Reiben elektrisch ge-machten hielt, ward er in jener ein Licht gewahr, welches sich gleich wiederverlor, wenn sie in Ruhe blieb, hingegen wieder zum Vorschein kam, und sehrstark fortwährte, sobald die luftleere Kugel in Bewegung gebracht und erhaltenwurde. Als er eine luftleere Röhre in die Ausflüsse einer durch Reiben elek-trisch gemachten Kugel brachte, liefs sich ein, wie er sich ausdrückte, unter-brochen-strahlendes Licht bemerken. Durch Reiben im luftleeren Raume konnteer nie Anziehen hervor bringen , aber obgleich die anziehende Eigenschaft dieGegenwart der äufseru sowohl, als auch innern Luft, um sich zu zeigen, er-forderte , so war doch zur Erscheinung des Lichts nur die Gegenwart der Luftin einem dieser Räume nötliig, indem sowohl eine gläserne lufterfüllte Kugelim luftleeren Raume gerieben, als eine luftleere Kugel in freier Luft geriebenein sehr beträchtliches Licht hervorbrachte. Er sagt auch, dafs das durchReiben eines luftleeren Glases in freier Luft hervorgebrachte Licht von der wie-der hinein gelassenen Luft keine so grofse Veränderung erleide, als das durchReiben eines luftvollen Glases im luftleeren Raume hervorgebrachte, indem imersten Falle eben keine grofse Veränderung an dem Lichte oder der Farbe zuspüren habe, als bis man eine gewisse Quantität Luft inwendig in das luftleere Glashinein gelassen habe *, iin letzte.ru Falle hingegen bei jedem Zulassen der Luftzur auswendigen Seite des luftvollen Glases sowohl Licht als Farbe verändertwerden. Das stärkste elektrische Licht brachte Hawkesbee dann hervor,wenn er einen luftleeren Cylinder in einen andern lüfterfüll teil einschlofs,den äufsersten derselben durch Reiben elektrisch machte, und alsdann sie beidein Bewegung setzte. Er bemerkte einerlei Erfolg, es mogten ihre Bewegungenmit einander übereinstimmen, oder nicht. War blos der äufsere Cylinder inBewegung, so war das Licht sehr beträchtlich, und verbreitete sich über die
1) Er bemerkte diese Erscheinungen gleichfalls, da er verschiedene andere elektrische Kör-per an Statt des Siegellacks anwandte, welches im Detail bei dem Zusammenkommendieser Körper mit Glas erörtert werden wird l , hier ist es uns nur um die Beschaffenheitdes Lichts im clektrisirtcn luitverdünnten Raume zu tliun. v. S, i J h,
G g 2