Atmosphärische Luft und Sauerstoffgas 30"
Greils Beiträge zur Erweiterung der Chemie, B. III. St. 1, pag. 93, 98, 99;.Memoires de Mathematu/ue et de Phgsique, presentes d l' Academ. Paris.T. XI, Ilistoire du prix propose sur la Formation du Salpetre pag. 197 ).Diese Versuche von C auendish wurden auf dessen Ansuchen und unter sei-ner Leitung von Herrn Gilpin wiederholt. Die Verfahrungsart und der Ap-parat waren dieselben als vorher. Die Lauge war wie in den vorhergehendenVersuchen aus Weinsteinsalz bereitet, und so stark, dafs sie mit Salpetersäure3/10 ihres Gewichts Salpeter gab. Die dephlogistisirte Luft war aus mineralischenTurpeth bereitet, und zeigte bei dem Versuch den Gehalt von 1/18 phlogistisirterLuft. Am 16. December 1777 wurden in Gegenwart der Herren Jos. Banks,Dr. Blag den, Dollfuss, Fordyce,J. Hunter, Macie und Caven-dish die Materialien zusammengebracht. Man leitete in die Röhre 180 kleineMaafse von der Lauge , wovon jedes einen Gran Quecksilber enthielt. Da dieWeite der Röhre mehr denn ein drittel Zoll im Durchmesser hielt, so bildetedie Flüssigkeit darin eine Säule , von 0,5 bis 0,6 eines Zolles, welche durch diehineingebraehte Luft in zwei gleiche Theile getheilt wurde, wovon einer überdem Quecksilber in dem einen Schenkel, der andere in dem andern Schenkelstand. Die dephlogistisirte Luft war mit 1/3 ihres Umfangs atmosphärischerLuft in einem besondern Gefäfse vermischt worden, und von diesem Gemischleitete Herr Gilpin von Zeit zu Zeit etwas in die gekrümmte Röhre, um dieLuft zu ersetzen , die durch den Funken absorbirt war. Es erhellet hieraus,dafs das angewandte Gemisch einen geringem Antheil gemeiner Luft enthielt,als in den von Cavendish allein gemachten Versuchen. Gilpin war des-halb genöthigt, von Zeit zu Zeit etwas gemeiner Luft besonders zu zu setzen,wenn er aus der Zögerung der Absorbtion schlofs , dafs nur ein zu kleines Ver-hältnifs der phlogistisirten Luit in der Röhre war. C auendish liefs diesesdeshalb thun, weil in dem ersten Versuche das Verhältnifs der dephlogistisirtenLuft zur phlogistisirten zu grofs zu sein schien , und er also in Ansehung derMenge und der Proportion ungewifs war , in welchen beide Luftarten zusam-men gemischt werden mi'ifsten, wenn es beim Fortgange des Versuchs nicht nöthigsein sollte, dephlogistisirte oder gemeine Luft hinzuzusetzen. Nachher mischteer die Luftarten in einem solchen Verhältnisse, dafs der Zusatz von gemeiner Luft,nicht nöthig war, indem der von dephlogistisirter Luft leichter und wenigerverdächtig schien. Am 24. Dec. war die Luft im Reservoir fast gänzlich ver-braucht, und der Apparat wurde wieder in Gegenwart der mchrsten der er-wähnten Personen mit einem Gemisch der dephlogistisirten und atmosphärischenLuft in denselben Verhältnisse, als zuvor gefüllt; und dies wurde auch am 19.Ianuar wiederholt. Am 23. lan. gieng die gekrümmte Röhre durch einen Zu-fall aus dem Quecksilber heraus , worin ihre Schenkel getaucht waren, und~ O q 2