324 Atmosphärische Luft und Wasserst öffsas,
sein, als sie immer wolle, so entwische doch die Luft, ohne sich zu entflam-men. Auch Kratzenstein sagt (Vorles. über die Experimentalphysik, Ko-penhagen 1787, p. 16), ohne vorherige Vermischung mit gemeiner Luft brennedie entzündbare langsam , oder gebe wiederholte Schüsse ; zwei Theile gemeinermit drei Theilcn brennbarer gemischt, geben aber nur einen starken Schufs.T r o m m s d o rff führt (Systemat. Handb. der Chemie, B. I, p. 149) an, dasWasserstoffgas brenne an der Mündung einer Flasche mit einer Flamme, dieallmählig hinabsteige ; werde es mit atmosphärischer Luft vermischt und ange-ziindet, so verbrenne es mit einem sehr heftigen Knalle und einer starkenFlamme , es sei aber sehr gefährlich , solche Explosionen in gläsernen Gefäfsenzu unternehmen. Folta bemerkt, (in d. ang Brief, über Sumpfluft, p. 54)wenn er dem Elektricitätsleiter das Ende eines gekrümmten Röhrchens entgegenhalte, welches in den Halseines Glasfläschchens eingesteckt sei, worin Vitriol-säure und Eisenfeilspäne heftig zusammen gähren , so entflammen die von demLeiter ausgestofsenen elektrischen Funken zuweilen auch die blol'se Flamme,oder das Sternchen, die Luft, die durch das Röhrchen ausschwitze, und nach-dem die Entzündung ein Mal geschehen sei, erhalte sich die Flamme, undverzehre die neue Nahrung, welche in Einem fort und ununterbrochen durchdas Röhrchen zufliesse. Wenn er die Flamme gerade zu der Zeit, da sie mitLebhaftigkeit aufsteige, dadurch ersticke, dafs er die Mündung des Röhrchensmit dem Finger zuhalte, und bald darauf den Finger wieder abhebe, so geschehees nicht selten . dafs sie von Neuem und ganz unversehens sich von selbst wiederentzünde, und so zu wiederholten Malen nach Mafsgabe des Verschliessensund Wiederöffnens der Röhre; vermittelst einiger Geschicklichkeit sei dasselbeSchauspiel auch zu erhalten, wenn man die entzündbare Luft aus einer damitangefüllten Harnblase, in deren Hals ein Röhrchen eingebunden ist, so zu sa-gen herausmelke. Priestley sagt (Vers. u. Beobacht, über verschied. Theile derNaturl B. ITT. a. d. Engl. Wien und Leipzig 1787), die Art entzündbarer Luft,die man durch Hülfe der Säuren u. s. w". aus Metallen erhalte, entzünde sichimmer mit einer Explosion, und verursache einen mehr oder weniger heftigenKnall, wenn man ein brennendes Licht in einen mit dieser Luft gefüllten Cy-Ünder tauche. Cavendish vermischte entzündbare Luft, die durch Auflösungdes Zinks in verdünntem Vitriolöl hervorgebracht war, mit gemeiner Luft inverschiedenen Verhältnissen , und probirte die Entzündbarkeit dieser Mischungauf folgende Art ( Philosoph . Transact. Fol LF1 , year 1776, p. 141; neuesHamburgisches Magazin, St. 71- Leipzig 1772, p. 3.96; bei Cavallo a. a. 0.p. 607 ; bei Macquer a. a. O. Th. II, p. 807): Es wurde eine Quartflascheüber Wasser mit einer dieser Mischungen angefüllt, dann heraus genommen,gerade in die Höhe auf den Tisch gestellt, und eine Flamme an die Mündung