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Beschreibung der Feuer abhaltenden Lehmschindeldächer : nebst gesammelten Nachrichten und Erfahrungen über die Bauart mit getrockneten Lehmziegeln : mit 3 Kupfern / von D. Gilly, königlichen Geheimen Ober-Baurath
Entstehung
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Zimmern die Fugen glatt ausgestrichen, die Wände mitreinem Lehm abgerieben und mit einer Kalkschlemmeüberzogen werden. Man kann aber auch, wenn manwill, papierne und andere Tapeten sehr sicher auf dieseWände anbringen, weil sie weniger feucht, als die vongebrannten Steinen sind, und es können allenfalls gleichhölzerne Pfropfen zur Befestigung der Leisten, auchder Spiegelhackcn, mit eingemauert werden. Daßman auch mit Lehmsteinen eben so sichre und feste Ge-wölbe machen kann, als mit jenen Steinen, hat die Er-fahrung unbezweifelt bestätiget, und ich würde nur zuweitläuftig werden, wenn ich außer den mir selbst be-kannten Versuchen, auch noch die Versicherungen ver-schiedener-Autoren derüber anführen sollte.

Die Hauptsache bleibt nur noch, der äußere Ueber-zug oder der Abputz der Lehmhauser, um sie gegen dieEinwirkungen der Nässe zu schützen. In meiner erstenBeschreibung habe ich das einfache Mittel angegeben,die Fugen außerhalb etwas tief offen zu lassen, oder, sel-bige nicht mit Lehm auszufüllen, sodann aber einen gutzubereiteten Kalkmörtel recht stark anzuwerfen, so, daßselbiger in die offenen Fugen eindringe, und selbigen so-dann mit dem Reibebrette auf die Wandffäche geradeabzureiben. Noch habe ich, wie ich-versichern kann, sehrwenige Beyspiele, daß ein in der Art aufgetragener Putzabgefallen seyn sollte; nachsidem habe ich auch versucht,

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